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Schmiergelder: Mehr als 100 Beschuldigte im MAN-Skandal

Wird MAN zum zweiten Siemens? Der Schmiergeldskandal beim Münchner Lastwagenbauer zieht größere Kreise als gedacht. Mehr als 100 Menschen hat die Staatsanwaltschaft mittlerweile im Visier.

Der Schmiergeldskandal beim Lastwagenbauer MAN weitet sich drastisch aus. Derzeit gebe es "weit über 100 Beschuldigte", teilte die Münchner Staatsanwaltschaft am Montag mit. Betroffen seien sowohl Personen aus dem MAN-Vertrieb als auch Empfänger möglicher Schmiergelder. Anfänglich waren die Ermittler von nur drei Beschuldigten ausgegangen. Im Zuge mehrtägiger Durchsuchungen seien zwei Personen verhaftet worden, hieß es weiter. Ein Haftbefehl sei wieder außer Vollzug gesetzt worden. Bei den Verhafteten handele es sich nicht um gegenwärtige Vorstandsmitglieder der MAN-Nutzfahrzeugsparte.

MAN steht im Verdacht, den Verkauf von Lastwagen und Bussen über Jahre hinweg mit Schmiergeldern angekurbelt zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht bisher von einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag aus. Vergangenen Dienstag rückten die Fahnder zu einer bundesweiten Razzia aus, die erst an diesem Montag abgeschlossen wurde.

Reuters / Reuters