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Schuldenkrise: Chinas Produktion sinkt erstmals seit drei Jahren

Die Weltwirtschaft bangt um ihren letzten großen Wachstumsmotor: Die Produktion Chinas ist erstmals seit drei Jahren gesunken. Die Regierung in Peking ist besorgt und versucht das Wachstum wieder anzuheizen.

Der größte Wachstumsmotor der Weltwirtschaft gerät ins Stottern: Chinas Industrie ist im November erstmals seit knapp drei Jahren nicht mehr gewachsen. Der offizielle chinesische Einkaufsmanagerindex (PMI) fiel auf 49 Stellen von 50,4 Zählern im Oktober, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Daten der Logistikvereinigung CFLP hervorgeht. Die Exportaufträge gingen deutlich zurück. Demnach sank die Produktion in zehn Branchen, etwa in der Chemie oder in der Telekommunikationsausrüstung. Das Schwächeln Chinas in Zeiten der europäischen Schuldenkrise dürfte Sorgen um die Entwicklung der Weltwirtschaft befeuern.

Das fulminante Wirtschaftswachstum der Volksrepublik hatte sich in diesem Jahr verlangsamt. Ein Grund sind die wirtschaftlichen Probleme der wichtigsten Absatzmärkte Europa und USA. Die Auftragsbücher der chinesischen Exporteure sind deshalb deutlich dünner geworden. Allerdings hat der Wachstumsrückgang wohl auch strategische Gründe. Chinas Wirtschaft "wendet sich von Expansion zu Kontraktion", kommentierte ein Analyst auf der Webseite des CFLP. Die Wachstumsrate der chinesischen Wirtschaft werde "künftig weiter sinken".

Am Mittwoch hatte China angekündigt, mehr Geld in den Markt zu pumpen: Die chinesische Notenbank will Anfang Dezember Devisenreserven abbauen. Zudem wurden erstmals seit fast drei Jahren die Mindestreserve-Anforderungen für die Geschäftsbanken des Landes gesenkt, von 21,5 auf 21 Prozent. Nicht mehr die Bekämpfung der Inflation wie zu Beginn des Jahres, sondern das sich abschwächende Wirtschaftswachstum steht damit nun im Mittelpunkt der Wirtschaftspolitik.

seh/AFP/DPA/Reuters / DPA / Reuters
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