morgenstern
Donald Trump vor dem Kongress: Selbstlob, Schmähungen, Populismus

Donald Trump bei seiner Rede zur Lage der Nation vor dem Kongress
Donald Trump bei seiner Rede zur Lage der Nation vor dem Kongress
© Kenny Holston/Pool via REUTERS
Trump liefert Populismus in Reinkultur. Das Wetter wird frühlingshaft. Und: Friedrich Merz in der China-Falle. Die Lage am Morgen.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

wenn einen schon die anderen nicht loben, muss man es eben selbst tun. Diesem Grundsatz blieb Donald Trump einmal mehr treu. Wenn dieser Newsletter erscheint, hat der Präsident seine diesjährige Rede zur Lage der Nation vor dem Kongress in Washington noch nicht lange beendet. Angesichts der jüngsten Zoll-Schlappe vor dem Supreme Court, der Spannungen mit dem Iran und der anhaltenden schlechten Umfragewerte in der Heimat war die Rede mit Spannung erwartet worden. So unberechenbar Trump manchmal auch ist – die Rede enthielt wenig Überraschendes. Trump lobte sich vor allem selbst und teilte gegen seine Gegner aus. 

Trump liefert Populismus in Reinkultur

Er führe die USA in ein „goldenes Zeitalter" und zu nie dagewesener Größe, so Trump. Der "neue Freund" Venezuela etwa habe gerade 80 Millionen Barrel Öl geliefert. Seine umstrittene Migrationspolitik wiederum schütze amerikanische Bürger – und nicht illegale Ausländer. Diese wurden dann auch ausreichend dämonisiert. Wie Trump zwischendrin mehrmals Menschen instrumentalisierte, die durch von Ausländern begangene Straftaten oder verursachte Unfälle zu Schaden gekommen waren und teilweise noch Ex-Präsident Biden indirekt die Schuld für deren Schicksale zuschob, das war schon Populismus in Reinkultur. Die Demokraten, die auf seine Aufforderung hin nicht aufstanden und klatschten, nannte er „krank“. „Was stimmt nicht mit Euch?“, fragte er süffisant grinsend in ihre Richtung. 

Über die derzeitigen Verhandlungen mit dem Iran sprach Trump auch. Dort lautet die große Frage angesichts der vorherrschenden Spannungen gerade: Krieg oder Deal? Er bevorzuge den diplomatischen Weg, so der Präsident. Aber er werde dem „größten globalen Sponsor des Terrors“ nicht erlauben, Atomwaffen herzustellen und zu besitzen. Und er habe vom Iran die „magischen Worte“ noch nicht gehört – die Zusicherung, dass das Land auf Nuklearwaffen verzichte. 

Einige weitere Kernpunkte aus der Rede des Präsidenten finden Sie schon einmal gesammelt an dieser Stelle. Meine Kollegin und US-Korrepondentin Leonie Scheuble versorgt Sie darüber hinaus zeitnah mit einer Einordnung aus Washington. 

Das Wetter wird frühlingshaft

Haben Sie genug vom Winter? Dann habe ich gute Nachrichten für Sie: Zumindest in Teilen Deutschlands wird es sonnig, geradezu frühlingshaft. Das Thermometer kann örtlich auf bis zu 19 Grad klettern. Auch der Regen wird weniger, morgendlicher Nebel löst sich irgendwann auf. Und: Es bleibt erst einmal mild, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) vorhersagt. 

Das mit den Frühlingstemperaturen einhergehende Tauwetter kann jedoch regional zu steigenden Pegeln der Flüsse und damit auch zu Hochwasser führen. In diesem Stück finden Sie einige Karten, die Ihnen zeigen, wo es heute am wärmsten wird und wo mit Hochwasser gerechnet werden muss. 

5-Minuten-Talk: Friedrich Merz in der China-Falle

Zwei Tage lang weilt Bundeskanzler Friedrich Merz in China. Kein einfacher Trip. Die Beziehungen zur Regierung von Präsident Xi Jinping sind wichtig, aber unendlich kompliziert. Deutschland braucht den chinesischen Markt, wenn sich endlich wieder wirtschaftliches Wachstum einstellen soll. Gleichzeitig sollen ungünstige Abhängigkeiten vermieden werden. 

Interessant wird die Tonlage sein, die Merz anschlägt. Hart in der Sache? Oder eher konfliktvermeidend? Meine Kollegen Veit Medick und Jan Rosenkranz analysieren die toxische Beziehung zwischen Berlin und Peking und die Problemfelder der Kanzlerreise.

Und sonst? Weitere Schlagzeilen

Das passiert am Mittwoch, dem 25. Februar 2026

  • Bundeskanzler Friedrich Merz trifft den chinesischen Präsidenten Xi Jinping
  • Fortsetzung des Gerichtsverfahrens gegen Marius Borg Høiby
  • Champions League: Atalanta Bergamo – Borussia Dortmund (18.45 Uhr)

Unsere stern+-Empfehlung des Tages

Ich mutmaße einmal: Stress kennen wir alle. Er kann schließlich überall auftreten, bei der Arbeit wie im Privaten. Der Stapel mit den zu erledigenden Aufgaben türmt sich höher und höher, man rennt immer schneller, um ihn abzuarbeiten. Möglichst schnell, aber möglichst auch mit einem gleichbleibend hohen Anspruch ans Arbeitsergebnis. Ich sage ihnen ehrlich: Ich bin mehr als einmal daran gescheitert. 

So ging es auch dem Mediziner Ali Abdaa. Er verzweifelte am Stress in der Klinik. Dann entwickelte er eine neue Methode, um produktiv zu sein, ohne ständig unter Druck zu geraten. Lesen Sie seine sechs wichtigsten Tipps.

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Patrick Rösing

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