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Infektionskrankheit Angst vor Tollwut: USA verbieten Import von Hunden aus über 100 Ländern

Deutscher Schäferhund
Tollwut wird meist durch Bisse übertragen
© Milan Krasula / Getty Images
Tollwut bei Hunden ist in den USA offiziell ausgerottet. Die Behörden befürchten jedoch, dass importierte Tiere die Infektionskrankheit zurückbringen könnten.

Insgesamt 113 Länder stehen aktuell auf der Liste der Hochrisikogebiete für Tollwut. Mindestens ein Jahr lang wird es nun verboten sein, aus diesen Ländern Hunde in die USA zu importieren. Das hat die US-Behörde für Krankheitskontrolle und -prävention CDC festgelegt. Mit der Maßnahme solle die Bevölkerung in den Vereinigten Staaten vor der Infektionskrankheit geschützt werden, erklärte das CDC.

Vor allem während der Corona-Pandemie sei die Zahl der Importe von Hunden stark angestiegen. Ein Grund dafür sei die erhöhte Nachfrage nach Hundeadoptionen während des Lockdowns. Viele dieser Tiere seien allerdings nicht zuverlässig auf Tollwut geprüft und könnten die Krankheit in den USA verbreiten. Jährlich werden eine Million Hunde in die USA importiert.

Tollwut endet bei Menschen meist tödlich

Das Rabiesvirus, das Tollwut auslöst, wird meist durch Bisse übertragen. Die Krankheit führt in vielen Fällen zu einer Gehirnentzündung, die oft tödlich verläuft. In den USA ist Tollwut bei Hunden seit 2007 offiziell ausgerottet, vor allem dank regelmäßiger Impfungen. Zwar können auch andere Tiere die Krankheit übertragen, die Anzahl der jährlichen Infektionen im Land liegt allerdings im einstelligen Bereich. Durch die Importe aus Risikoländern könnte es aber zu Rückschlägen kommen, befürchtet das CDC. "Wir versuchen, die Rückkehr von Tollwut in die USA aus einer Quelle außerhalb der USA zu verhindern", sagte Emily Pieracci vom CDC dem Sender NPR.

Auf der Liste der Hochrisikoländer stehen vor allem Staaten aus Afrika, Asien und dem karibischen bzw. südamerikanischen Raum. Doch auch einige osteuropäische Länder wie Armenien oder Georgien gelten als Hochrisikogebiete. Sechs Prozent der Hunde, die in die USA importiert werden, kommen aus diesen Staaten. Laut CDC kamen im vergangenen Jahr mehr als 450 Hunden mit gefälschten Tollwut-Zertifikaten in die USA.

Furcht vor neuen Virusvarianten

Die große Befürchtung ist, dass eine neue Variante des Rabiesvirus in die Vereinigten Staaten eingetragen werden könnte. In dem Fall stelle sich nicht die Frage, ob, sondern lediglich wo und wie schnell sich das Virus wieder ausbreiten würde, sagte der Vorsitzende der Vereinigung der US-amerikanischen Tierärzte, Douglas Kratt, NPR. In einem Jahr soll das Importverbot noch einmal überprüft werden.

Quellen: NPR / CDC (1) / CDC (2)

epp

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