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Schwerer Rückschlag für Merck: FDA weist Zulassungsantrag für Tabletten gegen Multiple Sklerose zurück

Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hat mit seiner neuen Tablette zur Behandlung von Multipler Sklerose bei der US-Gesundheitsbehörde FDA einen Rückschlag erlitten.

Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hat mit seiner neuen Tablette zur Behandlung von Multipler Sklerose bei der US-Gesundheitsbehörde FDA einen Rückschlag erlitten.

Der Zulassungsantrag für das Mittel Cladribin sei von der US-Behörde zurückgewiesen worden, teilte Merck am Montag in Darmstadt mit. "Das Unternehmen wird eng mit der FDA zusammenarbeiten, um die Bedenken der FDA voll zu verstehen", erklärte das Unternehmen. Es werde sich zeigen, was die Behörde für die erneute Beantragung der Zulassung verlange. Analysten trauten Cladribin zuletzt Milliardenumsätze zu. Die im Dax notierte Merck-Aktie rutschte nach der Mitteilung ab und lag 4,3 Prozent im Minus.

Merck will in den USA mit Cladribin das erste Medikament gegen Multiple Sklerose in Tablettenform auf den Markt bringen. Das Mittel soll die Schübe der unheilbaren Krankheit bremsen, die das zentrale Nervensystem angreift. Weltweit leiden bis zu 2,5 Millionen Menschen daran. Früheren Angaben zufolge sollte Cladribin im besten Fall im zweiten Quartal 2010 auf den US-Markt kommen. Das wäre aber nur bei einer beschleunigten Prüfung durch die FDA möglich gewesen. Europa sollte im Idealfall Ende 2010 folgen.

Derzeit arbeiten mehrere Konzerne an MS-Pillen, darunter der Schweizer Pharmariese Novartis und der US-Konzern Biogen Idec, der aber noch nicht so weit ist wie Merck und Novartis. Merck und Biogen sind bereits mit Injektionen auf dem auf 8,6 Milliarden Dollar geschätzten Markt zur Behandlung von Multipler Sklerose vertreten. Zu den Marktführern gehören zudem die israelische Teva und Bayer.

Reuters / Reuters