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Hohe Kosten, wenig Erfolgschancen: Shell stoppt Erdölsuche vor Alaska

Es ist ein großer Erfolg für Umweltschützer und ein herber Rückschlag für einen Weltkonzern: Shell will keine Ölbohrungen vor Alaska mehr durchführen.

Dutzende Aktivisten hindern mit kleinen Motorbooten eine gigantische Ölbohrplattform am Auslaufen

Noch im Juni stoppten Umweltaktivisten das Auslaufen einer Ölbohrplattform von Shell im Hafen von Seattle

AFP

Der britisch-niederländische Ölkonzern Shell stoppt seine umstrittenen Erkundungen vor der Küste Alaskas. Als Gründe nannte Shell am Montag mangelnden Erfolg und zu hohe Kosten. Der Stopp bringt finanzielle Belastungen in Milliardenhöhe mit sich, wie das Unternehmen in London mitteilte. "Die Quelle wird versiegelt und verlassen." Weitere Bohrungen seien dort in "absehbarer Zukunft" nicht geplant.

Zudem seien die staatlichen Vorgaben herausfordernd und unpräzise. Die finanziellen Belastungen für den Stopp bezifferte Shell auf etwa drei Milliarden US-Dollar, bezogen auf den Buchwert des Projektes. Weitere 1,1 Milliarden Dollar dürften für zukünftige Vertragsverpflichtungen anfallen. Weitere Details will das Unternehmen bei Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal geben.

Erfolg für Greenpeace

Die Ölbohrungen waren von Umweltschützern scharf kritisiert worden, weil sie negative Folgen für die Tierwelt in der Arktis fürchten. Ungeachtet der Proteste erlaubte US-Präsident Barack Obama Shell im Mai aber unter Auflagen Öl- und Gasbohrungen in der Arktis. Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton allerdings sprach sich Mitte August dagegen aus. Sie nannte die Arktis einen "einzigartigen Schatz", das Risiko der Bohrungen sei zu groß. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hatte erst am Samstag in mehr als 40 deutschen Städten gegen die Ölbohrungen von Shell in der Arktis protestiert.

ono / AFP / DPA
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