Société Générale Mutmaßlicher Mitwisser festgenommen


Die französische Polizei hat im Zusammenhang mit dem Spekulationsskandal bei der Société Générale einen zweiten Börsenhändler festgenommen. Dabei soll es sich um einen Broker der SocGen-Tochter Fimat handeln. Er soll von den Machenschaften Jérôme Kerviels gewusst haben.

Im Zusammenhang mit dem Spekulationsskandal bei der Société Générale (SocGen) hat die französische Polizei einem Bericht zufolge einen zweiten Börsenhändler festgenommen. Die Zeitung "Le Monde" schreibt, ein Broker der SocGen-Tochter Fimat sei wegen Verdachts auf Mitwisserschaft in Untersuchungshaft genommen und verhört worden. Er soll über die Machenschaften von Jérôme Kerviel gewusst haben. Ein Polizeisprecher sowie die Bank wollten den Bericht zunächst weder dementieren noch bestätigen.

Laut "Le Monde" wurde der Broker zu seinen Beziehungen zu Kerviel vernommen. Er soll über die Machenschaften Kerviels gewusst haben. Die Zeitung zitiert aus einer internen elektronischen Chat-Botschaft: "Im Sinne des Gesetzes hast Du nichts Illegales getan", soll der Fimat-Händler seinem SocGen-Kollegen am 30. November geschrieben haben. Kerviel hatte seine Aktienkäufe und -verkäufe unter anderem über Fimat abgewickelt.

Kerviel bald hinter Gittern?

Die betroffene Bank hatte bislang erklärt, Kerviel habe isoliert und ohne Wissen von weiteren Bankmitarbeitern gehandelt. Durch ungedeckte Termingeschäfte im Volumen von 50 Milliarden Euro hatte Kerviel der SocGen einen Schaden von 4,82 Milliarden Euro verursacht.

Das französische Gericht soll außerdem prüfen, ob Jérôme Kerviel weiterhin auf freiem Fuß bleibt. Die Generalstaatsanwaltschaft beantragt dessen Inhaftierung: Es bestehe das Risiko, dass Kerviel sich mit eventuellen Komplizen abspreche. Nur so könne der Betrugsfall sorgfältig aufgeklärt werden, meint die Staatsanwaltschaft.

Kerviel ist angeklagt wegen Vertrauensmissbrauchs, Dokumentenfälschung und Eingriff in Informationssysteme. Er befindet sich noch in Freiheit, allerdings unter Auflagen. Außerdem ist es ihm untersagt, mit dem Bankpersonal in Kontakt zu treten. Seine Anwältin Elisabeth Meyer hatte gesagt, Kerviel habe nie die Absicht gehabt, zu fliehen.

Lio/zen/ AP AP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker