Société Générale Kerviel muss wieder in Haft


Der Börsenhändler Jérôme Kerviel muss wieder in Haft. Ein Berufungsgericht hat seine Haftverschonung auf Kaution aufgehoben, nachdem jetzt bekannt wurde, dass er womöglich Mitwisser hatte.

Der Börsenhändler Jérôme Kerviel muss wieder in Haft. Das entschied ein Gericht in Paris am Freitag nach einem entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft. Kerviel hatte der französischen Bank Société Générale einen Spekulationsskandal beschert. Bis Anfang 2008 setzte er bei Termingeschäften 50 Milliarden Euro ein und verursachte damit einen Verlust von 4,82 Milliarden Euro. Nachdem ein Verfahren gegen ihn eingeleitet worden war, wurde er zunächst unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt.

Möglicherweise ein Komplize

Bei seinen verlustreichen Milliardenspekulationen für die Société Générale hatte er möglicherweise Mitwisser oder Komplizen. Die Ermittler nahmen einen Effektenmakler fest, der Kerviel Ende November 2007 über interne Kommunikationskanäle versichert haben soll, er habe "juristisch" nichts verbrochen. Der Makler arbeitete für die Banktochter Fimat, die jüngst mit einer Calyon-Tochter zur Newedge verschmolzen wurde.

Die Société Générale hatte Kerviel bisher als Einzeltäter bezeichnet, der alle Kontrollsysteme unterlaufen und aufkommenden Verdacht mit gefälschten Dokumenten zerstreut habe. Die Ermittler vermuten, der Makler habe von Kerviels Spekulationen zumindest gewusst.

AP/DPA AP DPA

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