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SOFTWARE: Brokat-Verkauf nächste Woche?

Der Insolvenzverwalter rechnet schon nächsten Woche mit einem Verkauf an ein deutsches Software-Unternehmen. Dadurch könnte die Hälfte der Jobs gerettet werden.

Der endgültige Verkauf des insolventen Software-Unternehmens Brokat soll nach Einschätzung des Insolvenzverwalters Volker Grub in der kommenden Woche unter Dach und Fach sein. Derzeit werden letzte Gespräche mit einem börsennotierten deutschen Software-Unternehmen geführt, das ebenfalls im Bereich Finanzsoftware tätig ist. Durch den Verkauf könnten etwa die Hälfte der verbliebenen 90 Arbeitsplätze im alten Kerngeschäft gerettet werden, sagte der Stuttgarter Rechtsanwalt am Freitag. Die Töchter in Großbritannien und Schweden sollen vom dortigen Management übernommen werden.

Noch unklar ist, wie viel Geld die Gläubiger des Unternehmens erhalten. Die bereits mit einem Kurssturz aus Höhen von 200 Euro auf zuletzt 0,11 Euro gestraften Aktionäre schauen jedoch in jedem Fall in die Röhre. »Die gehen komplett leer aus«, sagte Grub. Über das Schicksal des einstigen Vorzeigeunternehmens hatten die Gläubiger einer Hochzinsanleihe entschieden, die sich nicht auf eine Umwandlung des Rentenpapiers in Aktien zusammen mit einer Barzahlung einigen wollten. Brokat musste daher Ende November wegen Überschuldung Insolvenz anmelden.

Das Unternehmen hatte bereits mehrere Geschäftsbereiche abgestoßen, zuletzt den zukunftsträchtigen Bereich für das elektronische Bezahlen per Handy. Nach der ursprünglichen Planung wollte Brokat 2003 Umsätze in Höhe von einer Milliarde DM (511.292 Mio Euro) erzielen. Vorstandschef Stefan Röver, der auch Mitglied der vom Bundespräsidenten berufenen Monopolkommission ist, hat nach Grubs Angaben seine Zelte in Deutschland abgebrochen und sich in die USA zurückgezogen.

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