Spieltipp Goldbräu


Ist das Wetter zu schlecht für den Biergarten, dann kann man ihn sich wenigstens ins Wohnzimmer holen: Beim Brettspiel "Goldbräu" ist es Ziel, mit geschicktem Kauf von Biergärten und Brauereien während der Ferienwochen reich zu werden.

Der cleverste Wirt gewinnt!

Autor: Franz-Benno Delonge, Franz Vohwinkel

Preis: 29,90 Euro (D)

ISBN: 3-446-22766-0

Verlag: Carl Hanser Verlag, 2004

Wenn das Wetter schon nicht nach draußen lockt, dann holt man sich den Biergarten halt auf den Esszimmertisch: Beim Brettspiel "Goldbräu" ist es Ziel, mit geschicktem Kauf von Anteilen an Biergärten und Brauereien sowie einer guten Expansionsstrategie während der Ferienwochen reich zu werden. Der cleverste Wirt gewinnt - und der durstigste Spieler beginnt das Spiel.

Das Spiel

Seehausen ist ein beschauliches Bauerndorf - bis es von den Touristen entdeckt wird. Ein Biergarten nach dem anderen erblickt das Licht der Welt, Brauereien wittern ihre Chance und eine Gruppe Geschäftsleute aus der Stadt hört schon die Kassen klingeln - nämlich Sie und Ihre Mitspieler. Drei Wochen Ferienzeit bleiben, um den Touristen möglichst viel Geld aus der Tasche zu ziehen. Nun kommt es auf geschicktes Taktieren an: Wann und an welchem Biergarten kauft man Anteile, wie drängt man Mitbewerber aus dem Geschäft? Welche Brauerei hat die besten Kunden und ist eine Beteiligung wert, wer stellt wo den Chef und wohin lockt die schöne Kellnerin die meisten Gäste?

All diese Fragen müssen bedacht werden, bevor man sich Runde für Runde für seinen Spielzug entscheidet. Dabei ist der Erfolg der Aktionen auch immer vom Handeln der Mitspieler abhängig - will man als einziger seinen Biergarten erweitern, kann man gleich zwei Felder hinzugewinnen. Wer es jedoch zeitgleich mit anderen Mitspielern auf neue Anteilskäufe abgesehen hat, zahlt gleich deutlich mehr. Alle sieben Tage ist Zahltag - da heißt es dann, möglichst flüssig in die nächste Woche zu gehen und vielleicht vorher schnell noch bisher verdeckte Anteile an lukrativen Geschäftsobjekten offen zu legen, um sein Geld einzufordern. Nach drei kurzen Wochen, das sind 21 Spielrunden, heißt es dann: Endabrechnung. Wer am erfolgreichsten das flüssige Gold aus dem Glas in festes in der eigenen Tasche verwandelt hat, gewinnt.

Die Strategie

"Goldbräu" ist ein klassisches Strategiespiel - irgendwo zwischen "Monopoly" und "Die Siedler von Catan". Ganz so abendfüllend wie diese Klassiker ist das Spiel allerdings nicht, denn in ein bis zwei Stunden ist man mit den 21 Spielrunden ohne Hektik durch. Auch der Einstieg fällt leicht, denn die Regeln sind gut und schnell erklärt. Das macht "Goldbräu" allerdings noch nicht zum Kinderspiel. Die Möglichkeit, Anteilskarten verdeckt auf der Hand zu halten, sorgt im Spiel immer wieder für Überraschungen. Auch Manipulationskarten wie die schöne Kellnerin oder der Trunkenbold können kurz vor Kassensturz noch vieles ändern. Am gelungensten ist jedoch der Schachzug, dass die Spieler ihre Aktionen verdeckt zu Rundenbeginn festlegen und die Aktionswahl der Mitspieler die eigenen Chancen stark beeinflusst.

Ein weiterer positiver Aspekt ist die gute Verarbeitung des Spiels - die Karten sind nett gestaltet und liegen gut in der Hand, die Anteilssteine und Spielfiguren sind nicht zu winzig und als Beigabe gibt's gleich einen ganzen Stapel Bierdeckel zum Spiel dazu. So lässt sich am Ende des Spiels nicht nur der beste Wirt, sondern spätestens dann auch der durstigste Spieler küren …

Claudia Fudeus DPA

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