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Rückruf von Billigprodukten: Mit diesen Flipflops von Primark stimmt was nicht

Die Stiftung Warentest hat in zahlreichen Billigprodukten gesundheitsschädliche Schadstoffe entdeckt. Primark, Kaufland und weitere Hersteller reagierten - und stoppten den Verkauf von Flipflops, Gummistiefeln und Pümpeln.

Primark

Flipflops von Primark waren mit Schadstoffen belastet

Viele Billigprodukte aus Plastik und Gummi enthalten gesundheitsschädliche Schadstoffe. Um diese zu überführen, hat sich die Stiftung Warentest durch die Regale und Grabbeltische von Discountern, Sportläden, Drogerie- und Baumärkten gewühlt. Als Auswahlinstrument diente den Testern die Nase, denn viele der Stoffe stinken. Was den Schnüfflern verdächtig erschien, wurde eingekauft und im Labor untersucht.

Von 20 Artikeln, die zwischen 1 und 9,99 Euro kosteten, war die Hälfte so stark schadstoffbelastet, dass Stiftung Warentest sie mit "Mangelhaft" bewertet. Einige der Anbieter haben mittlerweile darauf reagiert und ihre Produkte zurückgerufen.

Primark-Flipflops mit gefährlichen Substanzen

So nahm Primark Flipflops des Modells Cedarwood State Black M aus dem Programm, weil Fußbett und Sohle mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet waren. PAK gelten als gesundheitsschädlich, einige dieser Verbindungen sogar als krebserregend. Primark erklärte, alle Kunden, die die Männersandalen gekauft hätten, bekämen ihr Geld zurück. "Alle neuen Aufträge an die entsprechende Fabrik wurden ausgesetzt, solange wir den Sach­verhalt sorgfältig prüfen." 

Auch Fahrradgriffe, Gummistiefel und Pümpel fielen unangenehm auf

Auch Fahrradgriffe, Gummistiefel und Pümpel fielen unangenehm auf

Auch andere Anbieter reagierten auf die Untersuchung der Stiftung Warentest. Discounter Kaufland stoppte den Verkauf von Softgriffen für Fahrradlenker, in denen sich doppelt soviele kurzkettige Chlorparaffine gefunden hatten, wie erlaubt. Auch Regenstiefel der Firma Meister Werkzeuge, in denen Warentest zu viele Weichmacher gefunden hatte, werden nicht mehr verkauft - auch wenn die Firma als Grund schwache Verkaufszahlen nannte und die Schadstoffbelastung bestritt.

Und schließlich nahm Hersteller Hellweg ein Produkt für die Toilettenreinigung aus dem Programm: In der Saugglocke eines Pümpels hatten die Warentester ebenfalls zu viele PAK gefunden.

Grundsätzlich rät Warentest Kunden, die Finger von Plastikkram zu lassen, der einen gummiartig-öligen Geruch verströmt. Manche Schadstoffe wie Chlorparaffine und Phtalate ließen sich allerdings kaum erschnüffeln.

bak