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Stiftung Warentest prüft Matratzen: Kuschelige Nachtruhe oder feuchtes Wälzlager

Matratzen sind teuer, müssen aber nicht gut sein. Die Stiftung Warentest klärt, auf welcher Unterlage man am besten ruht, und auf welcher man auch für viel Geld keine Ruhe findet.

Es ist gar nicht so einfach, das perfekte Nachtlager zu finden.

Es ist gar nicht so einfach, das perfekte Nachtlager zu finden.

Klappern gehört zum Handwerk, sagen sich die Hersteller von Matratzen und versehen die angebotenen Ruhelager mit einer Kaskade von Fachbegriffen. Das klingt meist nach High-Tech, wird selten vom Kunden verstanden und ist häufig auch noch grob irreführend.

Den Vogel in Disziplin Kundenverwirrung im Test von 12 Matratzen schoss die "4-Sterne-Boxspringmatraze" von f.a.n. ab. Die Boxspringbauweise ist extrem aufwendig und entsprechend teuer, in dieser Kategorie wäre das Modell von f.a.n. recht preiswert. Nur: Boxspring steht lediglich auf dem Etikett, in der Bauart ist es eine normale Taschenfederkernmatratze und obendrein auch noch die schlechteste im Test.

Detaillierte Beratung

Aufklärung tut also Not und die leistet die Stiftung Warentest. Ebenso wichtig wie der reine Produkttest ist eine detaillierte Typologie von Schlaftypen. Schläfer ist nämlich nicht gleich Schläfer - es kommt auf die Länge des Rumpfes und die Breite von Hüften und Schultern an. Pauschal kann man sagen, dass schwere Personen mehr Schwierigkeiten haben, eine ideale Matratze zu finden. Der detaillierte Test gibt die Liegeeigenschaften gesondert für vier Schlaftypen an. Ebenfalls wichtig ist das sogenannte Schlafklima, hierzu zählt die Fähigkeit der Matratze, Schweiß zu absorbieren. Viele Matrazen haben hier Probleme. Sicher nicht unwichtig ist auch die Haltbarkeit, sie geht mit 20 Prozent in die Wertung ein. Schließlich liegen Matratzen in einer Preisspanne von 350 bis 800 Euro. Das ist keine kleine Anschaffung, zumal bei einem Doppelbett mit dem Preis von zwei Matratzen kalkuliert werden muss.

Testsieger ist die "Mustering Orthomatic Perfect TT" mit dem Urteil "Gut" (2,3) für 600 Euro. Sie hat die besten Liegeeigenschaften im Test und schlägt die beiden anderen "guten" Matratzen mit der Note 2,2 im Punkto Haltbarkeit. In der Gesamtwertung gleichauf (2,3) ist die "Schlarraffia Viva Plus Aqua" für 450 Euro. Beide Matratzen bieten gute Liegeeigenschaften für alle Schlaftypen - eignen sich daher auch für Doppelbetten von gemischten Doppeln. Für Rückenschläfer ist "Matratzen Direct / MFO" geeignet, für Seitenschläfer ist sie zu hart und kostet 400 Euro. Sie kam auf Platz drei.

Den gesamten Test inklusive Typberatung finden Sie bei Stiftung Warentest.

Gernot Kramper
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