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Stromausfall: Wall Street lief mit Notstrom

Die Wall Street hat den schlimmsten Stromausfall in der US-Wirtschaftsgeschichte und damit die erste große Notstands- Bewährungsprobe seit den Terroranschlägen vom elften September 2001 fast problemlos überstanden.

Die Wall Street hat den schlimmsten Stromausfall in der US-Wirtschaftsgeschichte und damit die erste große Notstands- Bewährungsprobe seit den Terroranschlägen vom elften September 2001 fast problemlos überstanden.

Niedriger Umsatz

Der Umsatz war allerdings an der New Yorker Börse (NYSE), dem weltgrößten Aktienmarkt, mit 636 Millionen Aktien der niedrigste des Jahres. Normalerweise werden an der NYSE täglich zwischen zwei Milliarden und drei Milliarden Aktien umgesetzt. Auf dem Börsenparkett sah man nur wenige Händler, da die meisten wegen der katastrophalen Verkehrslage zu Hause geblieben waren.

Der Dow-Jones-Index stieg minimal um 11,13 Punkte oder 0,12 Prozent auf 9321,69 Punkte. Der NASDAQ-Index legte um 1,67 Zähler oder 0,10 Prozent auf 1702,01 Punkte zu. Der S&P-500-Index ging mit 990,67 Punkten fast unverändert aus dem Handel.

Nicht funktionierende Klimaanlage setzte AMEX außer Gefecht

Es gab am Freitag lediglich ein Opfer im US-Finanzbezirk. Das war die American Stock Exchange (AMEX), die drittgrößte New Yorker Börse. Sie nahm erst wenige Minuten vor Börsenschluss ihren Handel auf, da die Klimaanlage vorher nicht in Gang gebracht werden konnte. An der AMEX werden neben Aktien vor allem Optionen gehandelt.

Notstromaggregate retteten Wall Street

Dagegen funktionierte es an der NYSE dank der seit den Terroranschlägen auf den neuesten Stand gebrachten Notstromaggregate und anderer Sicherungssysteme am Donnerstag nach Börsenschluss nach dem Stromausfall reibungslos. Am Freitagmorgen war dann um 9.30 Uhr Ortszeit die reguläre Stromversorgung wieder hergestellt.

Vor allem NASDAQ auf Notstrom angewiesen

Die elektronische NASDAQ-Börse konnte ihren Handel mit Hilfe von Notstromaggregaten in ihrem dezentralisierten Computerzentrum in Trumbull im US-Bundesstaat Connecticut reibungslos abwickeln. Die NASDAQ hat kein Börsenparkett, sondern die einzelnen Investmentbanken sind an ihr elektronisches Computer-Handelssystem über Datenleitungen angeschlossen.

Firmen ohne Notsysteme waren lahm gelegt

Einige Investmentbanken hatten allerdings Schwierigkeiten, über die Telefonleitungen zur NYSE und zur NASDAQ durchzukommen. Die großen Investmentbanken verfügen ebenfalls alle über Notstromaggregate und führten ihren Wertpapierhandel problemlos weiter. Dagegen konnten einige kleinere Wall-Street-Firmen, die ohne solche Notsysteme arbeiten, keine Geschäfte abwickeln.

Der Rentenmarkt schloss vorzeitig um zwei Uhr Ortszeit (20 Uhr MESZ), und es gab leichte Kursverluste. Die Rendite 30-jähriger US- Staatsanleihen stieg von 4,49 Prozent auf 4,53 Prozent. Der Euro war mit 1,1256 Dollar gegenüber Vortag fast unverändert.