HOME

SÜDAMERIKA: Brasiliens Währung weiter gefallen

Trotz der angekündigten IWF-Finanzspritze in Höhe von 30 Milliarden Dollar fiel der brasilianische Real erneut. Analysten machen dafür die unsichere politische Lage verantwortlich.

Der Kurs der Währung sank am Montag um 4,1 Prozent, obwohl die brasilianische Zentralbank versuchte, durch den Verkauf von US-Dollars entgegen zu steuern. Auch der Aktienindex an der Börse von Sao Paulo gab um 2,6 Prozent nach.

»Der Abwärtstrend spiegelt die Unsicherheit unter den Investoren angesichts der politischen Situation wider«, sagte Jose Carlos de Faria, Chefökonom der Deutschen Bank in Sao Paulo. »Wir wissen noch nicht, ob sich die führenden Präsidentschaftskandidaten an die Vorgaben des IWF halten werden.« In Brasilien wird am 6. Oktober ein neuer Präsident gewählt.

Der IWF hatte vergangenen Mittwoch bekannt gegeben, dass er Brasilien mit einem Rekordkredit von 30 Milliarden Dollar bei der Bekämpfung seiner schweren Wirtschaftskriseunterstützen werde. Der Umfang der neuen Hilfen lag weit über den Erwartungen von Investoren, die mit zehn bis 20 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Etwa 80 Prozent des neuen Kredits sollten im Laufe des kommenden Jahres ausbezahlt werden. »Brasilien verfolgt eine solide, langfristige Wirtschaftspolitik, die eindeutig die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft verdient hat«, sagte IWF-Direktor Horst Köhler.

Themen in diesem Artikel