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Kartenzahlung und Kondome: 7 Erkenntnisse einer Kassiererin, die seit 43 Jahren im Supermarkt arbeitet

Supermarkt-Kassiererin aus Leidenschaft: Seit 43 Jahren bezahlen Kunden bei Ulrike Schwerdhöfe an der Kasse. Gegenüber der "FAZ" plaudert die 67-Jährige nun aus dem Nähkästchen.

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Sie arbeitet schon länger an Supermarkt-Kassen als andere insgesamt in ihrem Leben: Seit 43 Jahren sitzt Ulrike Schwerdhöfe im Supermarkt und kassiert die Kunden ab. Eigentlich wäre für die rüstige 67-Jährige längst die Renten-Zeit angebrochen - doch sie fühlt sich fit. Und trotz der langen Zeit hat sie den Spaß an ihrer Arbeit nicht verloren. In einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" berichtet sie von verliebten Paaren, vom Vorteil der Kartenzahlung und von hektischen Zeiten.
1. Erkenntnis: Das Einkommen der Käufer

Ulrike Schwerdhöfe erkennt schnell, ob Kunden Geld haben oder nicht. Einkäufer, die viele Bio-Produkte kaufen und ohne Einkaufszettel unterwegs sind, haben ihrer Meinung nach mehr Einkommen zur Verfügung. "Kunden, die nur wenig Geld haben, haben auch immer einen Zettel dabei. Selbst wenn sie nur ein oder zwei Sachen einkaufen wollen. Bei denen ist alles genau abgezählt, und sie kaufen möglichst viele Sonderangebote", verriet sie der "FAZ".
2. Erkenntnis: Mehr Männer als früher kaufen ein

Inzwischen seien mehr Männer als Kunden unterwegs, denn Frauen hätten Jobs. Die Hausarbeit werden geteilt, so Schwerdhöfe.

3. Erkenntnis: Karten - oder Barzahlung. Was ist besser?
Der Rewe-Kassiererin sei Kartenzahlung lieber. Inzwischen würden rund 70 Prozent ihrer Kunden mit der Plastikkarte die Rechnung begleichen. Und auch das Geld abheben sei beliebt.

4. Erkenntnis: Freundlichkeit zahlt sich aus 

Freundlich grüßen, danke schön und bitte sagen: Höfliche Umgangsformen seien wichtig, so die Rewe-Mitarbeiterin. Und fordert das auch ein. Tatsächlich hat Schwerdhöfe auch schon Marktleiter anderer Filialen auf unfreundliches Auftreten der Mitarbeiter aufmerksam gemacht.

5. Erkenntnis: Früher vs. heute – was hat sich verändert?
Die wenigsten Käufer hätten noch Zeit und Lust an der Kasse zu plaudern, das sei früher vollkommen normal gewesen. Die Kunden seien hektischer geworden - aber guten Service würden sie dennoch einfordern.


6. Erkenntnis: Einigen Kunden ist ihr Einkauf immer noch peinlich ...

Wir leben in einer aufgeklärten Welt? Von wegen, weiß Schwerdhöfe. "Manche verstecken etwas, das ihnen peinlich ist und die anderen Kunden nicht sehen sollen. Oder sie kaufen Zeitschriften, so Nacke-Dinger, die sie dann mit der Rückseite nach oben hinlegen. Aber zum Einscannen muss ich die umdrehen und denke: Ach, wie schön. (lacht)", erzählt die 67-Jährige der "FAZ".
7. Erkenntnis: ... anderen Kunden hingegen gar nichts 

Schwerdhöfe erzählt: "Neulich war ein junges Pärchen da, holte Kondome und eine Flasche Cola. Da hab ich gefragt: "Was esst ihr denn heute Abend? Das ist aber nicht genug!" Und da sagt sie: "Dann holen wir halt noch ein paar Salzstangen." (lacht)

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kg
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