Tankflugzeuge Pentagon bricht Milliarden-Ausschreibung ab


Das US-Verteidigungsministerium hat die 27-Milliarden-Euro-Ausschreibung über neue Tankflugzeuge zum zweiten Mal zurückgezogen. Die Behörde erklärte, sie könne den selbst gesetzten Zeitplan nicht einhalten. Das Verfahren ist politisch brisant, die Lösung des Pentagon denkbar einfach: Die nächste Regierung soll sich mit dem Problem herumschlagen.

Das US-Verteidigungsministerium hat das Ausschreibungsverfahren für den milliardenschweren Tankflugzeug-Auftrag der US-Luftwaffe abgebrochen. Es sei unmöglich, wie zunächst vorgesehen, bis Januar einen Zuschlag zu erteilen, teilte das Pentagon am Mittwoch mit. Um den Auftrag ringen der US-Flugzeugbauer Boeing und der europäische EADS-Konzern.

Statt der nächsten Regierung einen "unvollständigen und möglicherweise umstrittenen Prozess" zu übergeben, wolle Verteidigungsminister Robert Gates ihr "volle Flexibilität" in dem Verfahren ermöglichen, hieß es weiter. "In der uns verbleibenden Zeit können wir den Wettbewerb in diesem hochsensiblen Umfeld nicht auf eine Weise beenden, die als fair und objektiv betrachtet würde", teilte der Pentagon-Chef weiter mit.

Ursprünglich war der Auftrag für 179 Tankflugzeuge im Wert von rund 27 Milliarden Euro Ende Februar bereits an EADS und dessen US-Partner Northrop Grumman gegangen. Boeing hatte den Zuschlag erfolgreich angefochten und eine Neuausschreibung erzwungen. Diese macht aber zum entscheidenden Kriterium, wie viel Sprit das Flugzeug transportieren kann. Boeing sieht sich im Nachteil, weil das bisher offerierte Modell auf Basis seiner 767-Reihe kleiner ist als die EADS-Variante eines Airbus A330.

DPA DPA

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