Tarife Der Bahn drohen Warnstreiks


Pech für Wochenendreisende: Nach dem ergebnislosen Abbruch der Tarifgespräche werden für Samstag erste Warnstreiks erwartet. Damit will die Gewerkschaft mehr Druck machen.

Die zweite Verhandlungsrunde der Tarifgespräche wurde am Mittwoch in Frankfurt nach nur eineinhalb Stunden ergebnislos auf den 6. März vertagt. Der Bahnvorstand habe erneut kein echtes Angebot gemacht, teilten die Gewerkschaften Transnet und GDBA mit. «Das Verhalten der Bahn provoziert Warnstreiks. Sie wird es in den nächsten Tagen geben», sagte ein GDBA-Sprecher. Die Transnet-Tarifkommission sollte am Nachmittag über das weitere Vorgehen beraten. «Der Druck auf die Arbeitgeber muss erhöht werden», sagte ein Sprecher.

Fünf Prozent mehr Lohn

Da der bisherige Tarifvertrag am Freitag ausläuft, sind danach Warnstreiks möglich. Die Gewerkschaften verlangen fünf Prozent mehr Geld für die 160.000 Beschäftigten und eine Angleichung der ostdeutschen Löhne ans Westniveau. Der bundeseigene Verkehrskonzern bietet bisher einen Inflationsausgleich. Derzeit bekommen die 50.000 Bahnbeschäftigten im Osten 90 Prozent der Bezüge ihrer West-Kollegen.

Weitere "Schritte der Eskalation"

Vor Beginn der Gespräche hatten einige Hundert Beschäftigte mit Fahnen und Trillerpfeifen für ihre Forderungen demonstriert. Der stellvertretende Vorsitzende der Verkehrsgewerkschaft GDBA, Heinz Fuhrmann, sagte bei der Kundgebung: «Wenn uns der Arbeitgeber noch weiter hinhält, wird es bei der Bahn den längsten Streik geben, den sie seit der Privatisierung erlebt hat.» Transnet-Verhandlungsführer Alexander Kirchner sagte, wenn die Arbeitgeber keine Bewegung zeigten, würden weitere Schritte der Eskalation eingeleitet.


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