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Tarifstreit bei Bahn: Lokführer wollen unbefristet streiken

Deutschland droht der Stillstand: Die Lokführer wollen den gesamten Bahnverkehr lahmlegen. Mehrere Bezirksvorsitzende der Gewerkschaft GDL sprachen sich für unbefristete Streiks in Nah-, Fern- und Güterverkehr aus. Bundeskanzlerin Merkel forderte die Streitparteien zum Einlenken auf.

Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn wird auf Gewerkschaftsseite der Ruf nach einem unbefristeten Arbeitskampf der Lokführer lauter. In der "Bild"-Zeitung sprachen sich mehrere Bezirksvorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL für unbefristete Streiks aus, sollte der Bahn-Vorstand kein neues Angebot für einen eigenständigen Tarifvertrag vorlegen. Der GDL-Vorsitzende des Bezirks Nordrhein-Westfalen, Frank Schmidt, sagte: "Wir zielen auf unbefristeten Streik, im Zweifel im Nah-, Fern- und Güterverkehr gleichzeitig." Ziel sei es, den Druck auf die Bahn weiter zu erhöhen. Der Vorsitzende des Bezirks Mitteldeutschland, Hartmut Schaefer, sagte: "Wenn die Bahn nicht einlenkt, ist ein unbefristeter Streik zu erwarten."

Die GDL hat dem Unternehmen inzwischen ein neues Ultimatum bis Montag gestellt. Liege bis dahin kein neues Angebot vor, werde es außer im Güter- auch im Fern- und Nahverkehr Arbeitsniederlegungen geben, hieß es.

Merkel appelliert an Bahn und GDL

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Streitparteien zum Einlenken aufgefordert. Alle Beteiligten müssten ihrer Verantwortung gerecht werden, sagte Merkel im "Bericht aus Berlin" in der ARD. Dies erfordere, dass sie aufeinander zugingen. "Mit dem Kopf durch die Wand wird nicht gehen, da siegt zum Schluss immer die Wand", fügte sie hinzu.

Angesichts der drohenden Verschärfung der Bahnstreiks hatten zuvor schon andere Politiker den Druck auf die Tarifparteien erhöht, rasch zu einer Einigung zu kommen. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos und Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee appellierten an die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Zugleich warnten sie vor schweren volkswirtschaftlichen Folgen durch weitere Ausstände.

DPA/Reuters / DPA / Reuters