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"Fat Cats": Topmanager haben schon jetzt durchschnittlichen Jahresverdienst in der Tasche

Kaum zu glauben, aber wahr: Deutschlands Top-Manager könnten sich von nun an auf die faule Haut legen und würden trotzdem über einen üblichen Jahresverdienst verfügen. Nach nur einer Woche des neuen Jahres.

Euro-Geldscheine aufgefächert: Topmanager haben schon jetzt Durchschnitts-Jahreseinkommen in der Tasche

Nur eine Woche ist das neue Jahr alt, doch deutsche Topmanager haben schon mehr in der Tasche als der Durchschnittsangestellte im ganzen Jahr verdienen wird.

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Mitte der vergangenen Woche war es so weit: In Großbritannien wurde der "Fat Cat Thursday" begangen. Dass jemand gefeiert hätte, ist nicht überliefert, zumindest wurde der Tag registriert. Als "fette Katzen" bezeichnen die Briten umgangssprachlich ihre Topverdiener, die Großkopferten in den Chefetagen der Unternehmen. Den Chefs der führenden britischen Aktiengesellschaften mag es gleichgültig gewesen sein, doch der Normalverdiener registrierte es sehr wohl. Im Schnitt hatten Britanniens Top-Manager schon am vergangenen Donnerstag so viel Geld verdient wie der Durchschnittsarbeitnehmer am Ende des Jahres verdient haben wird, berichtet die FAZ unter Berufung auf Zahlen des britischen Personalexpertenverbands CIPD und der Denkfabrik High Pay Centre von 2016.

Ein solider Jahresverdienst; nach nur gut drei Tagen! Genauer gesagt: Laut High Pay Centre verdienten die Vorstandsvorsitzenden der Unternehmen aus dem britischen Aktienindex FTSE 100 im Jahr 2016 etwa das 120-fache eines britischen Vollzeitarbeitnehmers. Der erhielt 2016 28.758 Pfund im Schnitt (gut 32.400 Euro). Dafür muss ein britischer Spitzenmanager rechnerisch 3,04 Tage arbeiten, so High Pay Centre. 

Deutsche Top-Manager seit Wochenende "fette Katzen"

Ein Kopfschütteln in Richtung britischer Insel erübrigt sich. Hierzulande sieht es nicht viel anders aus. Die Spitzenmanager der deutschen Top-Unternehmen müssen laut Medienberichten - je nach Lesart - zwar ein wenig mehr Geduld aufbringen als ihre britische Kollegen, aber spätestens seit diesem Wochenende ist es auch hier soweit. Laut dem Aktionärsschützerverein DSW, der ebenfalls mit Zahlen von 2016 hantiert, verdiente ein Vorstand eines der 30 Dax-Konzerne im Schnitt 3,4 Millionen Euro im Jahr. Die Vorstandschefs kommen danach sogar auf 5,5 Millionen. Und zählt man wie die Personalberatung HKP noch Nebenleistungen, Pensionsansprüche und weitere Einkommensquellen hinzu, kann ein Dax-Vorstandsboss gar auf 7,1 Millionen Euro kommen. Damit wären wir bei 19.450 Euro an jedem einzelnen Tag.

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Kfz-Mechaniker - Mittleres bundesweites Brutto-Monatseinkommen: 2689 Euro, mittleres Ost-Einkommen: 2012 Euro, mittleres West-Einkommen: 2846 Euro. Der bundesweit höchste Verdienst wird mit 3311 Euro in Baden-Württemberg erzielt, der niedrigste mit 1878 Euro in Thüringen, dicht gefolgt von Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern mit jeweils 1880 Euro.

Den HKP-Zahlen zufolge wären deutsche Topmanager damit sogar schon schneller beim deutschen Durchschnittseinkommen angekommen als ihre "Fat Cat"-Kollegen aus Großbritannien - nämlich schon vergangenen Mittwoch. Mit den moderateren DSW-Zahlen wäre der Freitag der Tag der "fetten Katzen" gewesen, ungefähr zur Mittagspause. Das alles auf der Grundlage, dass ein Vollzeit-Jahreseinkommen hierzulande bei rund 42.500 Euro liegt.

Jeff Bezos stellt Superverdiener in den Schatten

Wer jetzt im Neid versinkt, den kann vielleicht trösten, dass es ein Größe gibt, bei der die deutschen Top-Verdiener mindestens genauso alt aussehen wie der Normalverdiener im Vergleich zu ihnen. Nach Angaben der Finanzagentur Bloomberg, berichtet die "Frankfurter Rundschau", hat sich das Vermögen von Amazon-Chef Jeff Bezos im laufenden Jahr schon um 2,74 Milliarden Dollar vergrößert. Das bedeutet hübsch umgerechnet: Für den Betrag, für den sich ein deutscher Spitzenmanager ein ganzes Jahr lang mehr oder weniger krumm legen muss, "arbeitet" Bezos' Aktiendepot gerade mal ein Viertelstündchen.

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dho