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Tradionsreiches Modehaus: Strauss Innovation droht Pleite

Um eine Insolvenz zu verhindern sucht die angeschlagene Modekette Strauss Innovation Zuflucht unter einem gerichtlichen Rettungsschirm. Die 1400 Beschäftigten müssen um ihre Arbeitsplätze bangen.

Der ins Trudeln geratenen Modekette Strauss Innovation und ihren Beschäftigten steht ein harter Sanierungskurs bevor. Das Unternehmen habe am Donnerstag beim Amtsgericht Düsseldorf die Eröffnung eines sogenannten Schutzschirmverfahrens beantragt, sagte ein Gerichtssprecher. Über eine drohende Zahlungsunfähigkeit hatten zuvor die "Bild-Zeitung" und die "Welt" berichtet. Mit dem Gang zum Amtsgericht hofft das Management des Unternehmens, die Modekette wieder auf eine gesunde Basis stellen zu können.

"Der Schutzschirm wurde für Unternehmen wie Strauss geschaffen, die über genügend Potenzial verfügen, sich aus einer Schieflage zu befreien", erklärte die Geschäftsführerin von Strauss Innovation, Paula Minowa, laut Pressemitteilung. Nun werde das Unternehmen die Chance ergreifen. Das bei Gericht beantragte Verfahren gebe dem Unternehmen weitere Instrumente in die Hand, um den Betrieb im Wege einer Sanierung fortzuführen.

Bei Strauss hatte sich die wirtschaftliche Lage zuletzt extrem verschlechtert. Trotz guter Stimmung der Verbraucher seien im vergangenen Jahr die Umsätze im Einzelhandel im Schnitt um zwei Prozent gefallen. Mehr als die Wettbewerber habe das Unternehmen, das Anfang des 20. Jahrhunderts in Düsseldorf gegründet wurde, sein Sortiment auf aktuelle Trends und die jeweilige Saison ausgerichtet, hieß es.

Zukunft der Mitarbeiter unklar

Einen Strich durch die Rechnung machte Strauss Innovation auch die ungünstige Wetterlage 2013 mit ungewöhnlich kalten Temperaturen zum Jahresanfang und milden am Jahresende. Schließlich kippten Rabattaktionen die Gewinnmarge ins Negative und führten zu einem "signifikanten Verlust im vergangenen Geschäftsjahr", hieß es. Zahlen wurden nicht genannt.

Welche Bedeutung das beantragte Schutzschirmverfahren nun für die rund 1400 Beschäftigten in den 96 Filialen, der Zentrale und in der Logistik haben wird, ist unklar. Ein Stellenabbau und auch die Schließung von Filialen können nicht ausgeschlossen werden. Das Unternehmen äußerte sich zurückhaltend: Die Auswirkungen auf Mitarbeiter und Kunden sollten so gering wie mögliche bleiben, hieß es. Alle Filialen blieben geöffnet, die Kunden könnten weiterhin bei Strauss zu den üblichen Preisen einkaufen gehen, beteuerte ein Sprecher.

Im nächsten Schritt werden Geschäftsführung, der gerichtlich bestellte Sachwalter, Arbeitnehmervertreter und die wichtigsten Gläubiger einen Sanierungsplan ausarbeiten. In dieser Zeit soll das Unternehmen durch die Zahlung von Insolvenzgeld an die Mitarbeiter eine Verschnaufpause erhalten und so Zeit gewinnen, den Umbau voranzutreiben.

ono/DPA / DPA