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PR-Desaster nach Drohung: Peinliche Rache-Phantasien eines Uber-Managers

Der Taxi-Konkurrent Uber arbeitet weiter an seinem Unsympathen-Image. Ein Manager plauderte darüber, was er gern mit einer unliebsamen Journalistin anstellen würde. Der Schuss ging nach hinten los.

Uber will die Taxi-Branche aufräumen - mit fragwürdigen Methoden

Uber will die Taxi-Branche aufräumen - mit fragwürdigen Methoden

Der Fahrdienst-Vermittler Uber ist für seine rabiaten Geschäftsmethoden bekannt. Das Unternehmen will dem Taxi-Gewerbe Konkurrenz machen, ohne sich an deren Vorschriften zu halten. In Deutschland setzte sich die Firma sogar über gerichtliche Verbote hinweg. In den USA wirft ein Konkurrent dem Unternehmen vor, das Geschäft mit tausenden falschen Wagenbestellungen blockiert zu haben.

Nun sorgte ein Top-Manager für den nächsten Skandal: Emil Michael, der bei Uber für das operative Geschäft zuständig ist, dachte bei einer Veranstaltung laut darüber nach, das Privatleben von Journalisten auszuforschen. Das könne Uber helfen, gegen unliebsame Medien zu kämpfen. Eine kritische US-Journalistin nannte Michael sogar beim Namen.

Sturm der Entrüstung

Die Äußerungen sind für Uber ein PR-Gau. Das Start-Up aus dem Silicon Valley verdankt seine Bekanntheit vor allem der Berichterstattung technikbegeisterter Journalisten, die die Taxi-Alternative früh ausprobierten. Nun kündigten diverse amerikanische Journalisten an, ihre Uber-Konten zu löschen.

Am Dienstag sah sich Michael zu einer offiziellen Entschuldigung gezwungen. "Weder ich noch mein Unternehmen würden jemals zu einem solchen Vorgehen greifen", versicherte er im Kurznachrichtendienst Twitter. Eine Sprecherin von Uber erklärte, das Unternehmen habe Journalisten nicht ausgeforscht und habe auch keine Pläne, das zu tun.

"Niemand würde wissen, dass wir es waren"

Michaels Äußerungen bei einer Veranstaltung in New York waren überhaupt erst bekanntgeworden, weil dort ein Redakteur #link;http://www.buzzfeed.com/bensmith/uber-executive-suggests-digging-up-dirt-on-journalists;der US-Website "Buzzfeed"# anwesend war. Es war vorgesehen, dass von dem Treffen keine Zitate verbreitet werden sollten - dem "Buzzfeed"-Redakteur hatte dies allerdings niemand gesagt. So wurde veröffentlicht, dass Michael beim Essen darüber sprach, für eine Million Dollar Spezialisten für die Ausforschung von Gegnern anzuheuern. Diese könnten kritische Reporter und ihre Familien durchleuchten und unangenehme Fakten aus deren Privatleben zu Tage fördern. Auf mögliche Probleme für Uber angesprochen, sagte Michael demnach: "Niemand würde wissen, dass wir es waren."

Namentlich erwähnte der Manager in dem Gespräch die amerikanische Blog-Gründerin Sarah Lacy, die Uber mehrfach scharf kritisiert hatte. Lacy veröffentlichte in ihrem Technologie-Blog "Pandodaily" eine Entschuldigungs-E-Mail Michaels, in der er unter anderem schrieb, er habe nur "Dampf abgelassen" und nicht von konkreten Plänen gesprochen. Nach Informationen des Blogs "Recode" gibt es bei Uber noch keine Entscheidung über die berufliche Zukunft des Managers.

Uber ist nach einer Finanzierungsrunde von 1,2 Milliarden Dollar in diesem Jahr eines der reichsten Startups und will sich laut Medienberichten bis zu zwei Milliarden Dollar mehr bei Investoren besorgen. Unter den rund 30 Geldgebern sind Google, die Bank Goldman Sachs und bekannte Startup-Finanzierer wie Kleiner Perkins. Der Fehltritt Michaels erscheint besonders peinlich, da die Firma im Sommer David Plouffe, den früheren Wahlkampfmanager von US-Präsident Barack Obama, als politischen Berater engagierte.

bak/DPA / DPA
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