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ÜBERANGEBOT: Vogel Strauß' Rache

Es klingt paradox: Weil die Nachfrage nach Straußenfleisch so groß ist, erleben südafrikanische Straußenzüchter die schwerste Krise seit Jahrzehnten.

Die Nachfrage nach Straußenfleisch ist in Europa gestiegen. Wegen der BSE-Krise. Trotzdem sind die südafrikanischen Straußenhändler mit dieser Entwicklung nicht zufrieden. Im Gegenteil: Infolge des Überangebots fallen die Preise für Straußenleder, mit dem 70 Prozent der Umsätze in dem Bereich erzielt werden. »Der Preis ist gefallen, und wir befinden uns auf Krisenniveau«, wurde der Vorsitzende der südafrikanischen Handelskammer der Straußenzüchter, Stefan Maree, am Freitag von der Zeitung »The Star« zitiert. Die Branche erlebe die schwerste Krise seit Jahrzehnten.

Die Nachfrage der EU nach Straußenfleisch habe sich in den vergangenen vier Jahren wegen der BSE-Krise und des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche vervierfacht. Die Preise seien um 20 Prozent auf 96 Rand (24 Mark/11,30 Euro) pro Kilogramm gestiegen. Das habe zu einer Zunahme der Schlachtungen geführt, so dass das Überangebot an Straußenleder weiter zunahm. Südafrikas Straußenindustrie - die größte weltweit - trägt jährlich mit rund 700 Millionen Rand (209 Mio Mark/82,2 Mio Euro) zur Wirtschaft des Landes bei.

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