HOME

ÜBERNAHME: France Télécom schlägt Aktiendeal vor

Im Poker um Mobilcom will France Télécom Firmengründer Gerhard Schmid offenbar in Aktien auszahlen. Schmid soll für seine Aktien Wertpapiere der France-Télécom-Tochter Orange bekommen.

Im Poker um Mobilcom will France Télécom Firmengründer Gerhard Schmid offenbar in Aktien auszahlen. Schmid solle für jede seiner Aktien 2,75 Wertpapiere der France-Télécom-Mobilfunktochter Orange bekommen, schreibt die »Financial Times Deutschland«. Das Angebot liege neun Euro über dem Börsenkurs vom Freitag, enthalte aber einige Haken. France Télécom wollte den Bericht bislang nicht kommentieren.

Der Konzern hatte es bislang abgelehnt, Schmid wie von ihm gewünscht auszuzahlen und die Mehrheit bei dem hoch verschuldeten Büdelsdorfer Unternehmen zu übernehmen. Schmid will seine Verkaufsoption nach eigener Darstellung notfalls vor Gericht durchsetzen. Mit dem Aktiendeal könnten die Franzosen den Firmengründer aus dem Unternehmen herausdrängen, ohne ihren Schuldenstand von derzeit gut 60 Milliarden Euro weiter zu erhöhen. Eine Übernahme von Mobilcom würde den Konzern nach eigenen Angaben noch einmal sechs bis sieben Milliarden Euro kosten.

Die »Financial Times Deutschland« schreibt weiter, France Télécom und die Banken wollten den anderen Aktionären kein Angebot unterbreiten. Damit sei Schmid, der 39,7 Prozent an dem Büdelsdorfer Unternehmen hält, aber nicht einverstanden. Auch sei Schmid der Preis zu niedrig. Sollten Schmid und France-Télécom-Chef Michel Bon sich nicht einigen, müssten drei Investmentbanken den Wert von Mobilcom ermitteln, schreibt die Wirtschaftszeitung. Ein Sprecher des französischen Konzerns erklärte lediglich, die Diskussionen gingen weiter. Mobilcom wollte der »FTD« zufolge den Bericht ebenfalls nicht kommentieren.

Die beiden Unternehmen streiten darüber, wie hoch die Investitionen in den Aufbau des deutschen UMTS-Netzes sein sollen. Schmid will 1,3 Milliarden Euro ausgeben, France Télécom, das bislang 28,5 Prozent an dem Unternehmen hält, nur einige hundert Millionen Euro. Konzernchef Bon bekräftigte im Interview mit dem französischen Wirtschaftsblatt »La Tribune« seine Überzeugung, dass Mobilcom auf dem deutschen Markt allein nicht bestehen könne. Er strebt ein Zusammengehen mit einem der anderen kleinen UMTS-Lizenznehmer an.