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Verheerendes Stiftung-Warentest-Urteil: Banken geloben Besserung bei Anlageberatung

Sechs Mal hagelte es "mangelhaft", kein einziges Mal "gut" oder besser. Die Kritik der Stiftung Warentest an den deutschen Kreditinstituten war vernichtend. Nun haben Banken und Sparkassen Nachholbedarf bei der Anlageberatung eingeräumt.

Nach dem vernichtenden Urteil der Stiftung Warentest zur Anlageberatung haben Banken und Sparkassen Besserung gelobt. Bei der Handhabung von Beratungsprotokollen gebe es "offenbar noch deutlichen Nachholbedarf", erklärte der Dachverband der Bankenverbände, der Zentrale Kreditausschuss (ZKA), am Dienstag. Die Anwendung der neuen gesetzlichen Vorgaben müsse sich in der Praxis noch einspielen und wo nötig auch verbessert werden. Insgesamt habe sich die Qualität der Kundenberatung in den vergangenen Monaten aber verbessert.

Die Stiftung Warentest hatte im Frühjahr 21 Kreditinstitute unter die Lupe genommen und festgestellt, dass private Anleger mit ihrem Ersparten bei vielen Banken und Sparkassen noch immer geradezu "jämmerlich schlecht" beraten würden. Bei den Kundengesprächen würden oft gesetzliche Vorgaben wie die Aushändigung eines Beratungsprotokolls nicht eingehalten und Risiken verschwiegen. Nach wie vor erkundigten sich viele Bankmitarbeiter auch nicht nach den finanziellen und persönlichen Verhältnissen ihrer Kunden. Die Note "mangelhaft" gab es sechs Mal: für die Postbank, HypoVereinsbank, Targobank, Nassauische Sparkasse, Volksbank Mittelhessen und BW Bank.

Die einzelnen Institute wollen sich nun die Ergebnisse der Studie im Detail anschauen, bevor sie Konsequenzen ziehen. Die Targobank verwies allerdings auch darauf, dass ihre Beratungsleistung in früheren Erhebungen anderer Tester gelobt worden sei.

Reuters / Reuters