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VERKEHR: Bahn will Billigflug-Anbieter verklagen

Die Deutsche Bahn will angeblich gegen mehrere Billigflug-Anbieter wegen irreführender Werbung klagen. Zugleich will sie mit Sondertarifen auf die Konkurrenz reagieren.

»Es geht darum, gleiche Spielregeln für alle durchzusetzen«, sagte Franz in einem am Dienstag veröffentlichten Interview. Die Bahn will sich nach seinen Worten dagegen wehren, dass Fluggesellschaften mit äußerst niedrigen Flugpreisen werben, in denen aber die Sicherheits- und Landegebühren noch nicht enthalten sind. »Wir geben nur Gesamtpreise an, inklusive Mehrwertsteuern«, sagte Franz. Fluggesellschaften würden einen Inlandsflug für beispielsweise neun Euro anbieten, der aber in Wahrheit inklusive Gebühren 40 Euro kostet. »Diese Masche halte ich für rechtlich ausgesprochen problematisch«, sagte Franz.

Gerichtliche Schritte sehr wahrscheinlich

Die von der Bahn eingeleiteten rechtlichen Prüfungen sind weit fortgeschritten. Auf die Frage, ob und gegen wen die Bahn vor Gericht ziehen wird, sagte Franz: »Das ist sehr wahrscheinlich. Es kommen mehrere Unternehmen in Frage. Wir werden das an konkreten Fällen festmachen.«

Zahl der Billigflieger steigt

In den nächsten Wochen wird sich die Zahl der Billigflüge durch neue Anbieter erheblich ausweiten. Die Fluggesellschaft Eurowings, an der die Lufthansa 25 Prozent hält, startet ab Oktober mit der neuen Airline Germanwings ebenfalls von Köln/Bonn aus. Dort will von Dezember an auch der weltweit größte Reisekonzern TUI mit seiner neuen Flugtochter Hapag Lloyd Express und dem Partner Germania starten. TUI hatte zuletzt erklärt, im günstigsten Fall Inlandsflüge ab zehn Euro anzubieten. Allerdings sind auch in diesem Preis die Gebühren noch nicht enthalten.

Feld nicht der Billigkonkurrenz überlassen

Die Bahn rechnet damit, dass die kostengünstigen Flüge von Köln-Bonn aus die Nachfrage nach Bahntickets beeinträchtigen könnte. »Dort werden wir Auswirkungen spüren«, sagte Franz. »Zugleich zielen wir mit unserer ICE-Neubaustrecke ebenfalls auf Köln. Das wird interessant«, sagte Franz. Zudem wird die Bahn ihr Preissystem ab Oktober flexibler gestalten und mit gezielten Angeboten reagieren. »Die Bahn wird dem Spiel nicht mehr passiv zusehen«, sagte Franz. Man würde auf die speziellen Preisaktionen der Wettbewerber reagieren. »Mehr möchte ich noch nicht sagen«, fügte Franz hinzu.

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