Vorstandswechsel Telekom-Chef Ricke vor Rücktritt


Der Telekom-Vorstandsvorsitzende Kai-Uwe Ricke wird nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa noch heute zurücktreten. Der bisherige T-Mobile-Chef René Obermann soll schon am Montag Rickes Amt übernehmen.

Der Telekom-Vorstandsvorsitzende Kai-Uwe Ricke wird nach dpa-Informationen noch an diesem Sonntag zurücktreten. Wie die Finanznachrichtenagentur dpa-AFX aus dem Konzernumfeld erfuhr, wird die Deutsche Telekom am späten Nachmittag oder frühen Abend Rickes Rücktritt bekannt geben.

Der Chef der Telekom-Tochter T-Mobile, René Obermann, wird nach demnach voraussichtlich am Montag zum neuen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom ernannt. Am Sonntag werde zunächst der Präsidialausschuss des Aufsichtsrates den Rücktritt des bisherigen Telekom-Chefs Kai-Uwe Ricke entgegennehmen. Für die Bestellung des Nachfolgers werde das komplette Kontrollgremium voraussichtlich einen Tag später zusammenkommen. Obermann hat nach Branchenkreisen zufolge bereits seine Bereitschaft für den Posten signalisiert.

Seit Tagen heftige Spekulationen

Bereits seit Freitag wird in der Öffentlichkeit wieder heftig über Rickes Zukunft an der Telekom-Spitze spekuliert. Mehrere Zeitungen hatten übereinstimmend berichtet, Ricke solle schon bald durch Obermann ersetzt werden.

Zuletzt schrieb die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung", die Entscheidung sei bereits gefallen. "Bis zum Weihnachtsgeschäft braucht der Konzern eine klare Führung", zitiert das Blatt Eigentümerkreise. Nach Informationen der "Welt am Sonntag" sind sich Telekom-Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel, der Großaktionär Blackstone und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück einig, dass Ricke abgelöst werden muss. Der Bund ist mit rund einem Drittel der wichtigste und mit Abstand größte Anteilseigner der Post.

Erwartungen wurden nach unten korrigiert

Die Telekom hatte im August angesichts des dramatischen Wettbewerbs und des Preisdrucks vor allem im umkämpften Inlandsgeschäft die Umsatz- und Ergebniserwartungen für 2006 nach unten korrigieren müssen. Angesichts dieser Lage galt vor allem Blackstone als scharfer Kritiker Rickes, war aber nach Informationen aus Branchenkreisen bislang beim Bund und der Arbeitnehmerseite auf Widerstand gestoßen.

Ricke hatte erst am Donnerstag bei der Präsentation der Neun- Monats-Zahlen betont: "Wir haben im Wettbewerb eine neue Stärke gewonnen." Im Inlandsgeschäft habe sich die Umsatzentwicklung stabilisiert und im Ausland legten die Erlöse weiter zu. Mit Blick auf die Tarifreform vom September hatte Ricke gesagt: "Das macht richtig Spaß, wir konkurrieren jetzt auf Augenhöhe mit den Wettbewerbern."

DPA/Reuters DPA Reuters

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