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Welthandelsorganisation: Billige Medikamente für die Dritte Welt

Die Welthandelsorganisation will der Dritten Welt Zugang zu billigen Medikamenten verschaffen, damit etwa Krankheiten wie Aids oder Malaria besser bekämpft werden können.

Nach der Abstimmung in dem 146 Mitglieder umfassenden WTO-General-Rat sprach WTO-Generaldirektor Supachai Panitchpakdi von einer historischen Vereinbarung in der WTO. Vor allem ärmere Länder könnten jetzt die flexibleren Regelungen der WTO in der Handhabung von intellektuellem Eigentum nutzen, um die Bevölkerung bedrohende Krankheiten zu bekämpfen. Strittig war bis zuletzt die Sicherung von Patentrechten der Pharmaunternehmen an Medikamenten.

Die Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und Oxfam kritisierten allerdings den gefundenen Kompromiss als mit zu vielen Bedingungen belegt. Dies sei keine Lösung, mit der man arbeiten könne, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.

Die jetzt gefundene Lösung wurde von den USA, wo einige der weltweit größten Pharma-Konzerne ihren Sitz haben, Brasilien und Indien, in denen viele Firmen arbeiten, die Nachahmer-Medikamente (Generika) herstellen, und Kenia und Südafrika, in denen Millionen Menschen an Aids gestorben sind, ausgearbeitet. Mit dem Kompromiss soll unter anderem sicher gestellt werden, dass Medikamente, die an arme Länder zu günstigen Konditionen importiert werden, nicht wieder in Industriestaaten reimportiert werden.

Mit Blick auf die in Kürze im mexikanischen Cancun anstehende Welthandelsrunde dürfte diese WTO-Einigung einen positiven Impuls geben.

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