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Weltwirtschaftskrise: Japans Export bricht um 50 Prozent ein

Der japanische Export hat sich im Februar im Zuge der weltweiten Rezession halbiert. Am stärksten betroffen war der Autoexport der zweitgrößten Wirtschaftsnation mit einem Minus von 72,9 Prozent. Gleichzeitig drehte die Handelsbilanz jedoch nach vier negativen Monaten erstmals wieder ins Positive.

Japans Exporte sind im Februar um 50 Prozent eingebrochen und damit so stark wie noch nie. Wie das Finanzministerium in Tokio am Mittwoch auf vorläufiger Basis bekanntgab, sackten die Ausfuhren der zweitgrößten Wirtschaftsnation der Welt im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat um 49,4 Prozent auf 3,5 Billionen Yen (26,3 Milliarden Euro) und damit im nunmehr fünften Monat in Folge. Das ist der schärfste Einbruch seit Erfassung vergleichbarer Daten im Januar 1980. Auch die Einfuhren sanken mit 43 Prozent so stark wie noch nie auf 3,4 Billionen Yen.

Vor allem die Ausfuhren von Autos, Fahrzeugteilen und Halbleitern gingen wegen der Weltwirtschaftskrise drastisch zurück. Stark betroffen mit einem Minus von 72,9 Prozent war demnach vor allem der Autoexport. Nach Einschätzung von Ökonomen machen die Handelsdaten einmal mehr deutlich, wie stark sich die Krise auf das wesentlich von seinem Exportmotor abhängige Japan auswirkt. Hinzu kommt die schwache binnenwirtschaftliche Lage des Landes. Neben dem Ölpreisrückgang wirkten sich im Februar auch die schwachen Kapitalausgaben der Unternehmen sowie die zunehmende Kaufzurückhaltung der Bürger aus.

Insgesamt sank der Handelsüberschuss zum Vorjahr um 91,2 Prozent auf 82,4 Milliarden Yen. Immerhin aber sind das erstmals seit fünf Monaten schwarze Zahlen, nachdem Japan in den Monaten zuvor Defizite verzeichnet hatte. Der Handelsüberschuss mit den USA schmolz im Berichtsmonat um 79 Prozent auf 146,2 Milliarden Yen und damit so schnell wie noch nie. Im Handel mit dem restlichen Asien schrumpfte Japans Überschuss um 58,9 Prozent auf 375,7 Milliarden Yen und damit im sechsten Monat. Sowohl die Exporte als auch die Importe sanken deutlich.

Im Handel mit China - ausgenommen Hongkong und Macao - verzeichnete die zweitgrößte Wirtschaftsnation der Welt allerdings erstmals seit sechs Monaten einen Überschuss, da die Importe stärker sanken als die Ausfuhren ins Reich der Mitte. Japans Handelsüberschuss mit Europa schrumpfte drastisch um 81,6 Prozent auf 96,9 Milliarden Yen. Die Exporte in die EU brachen dabei im Vergleich zum Vorjahresmonat um 54,7 Prozent auf 491,3 Milliarden Yen ein und damit so stark wie noch nie. Die Einfuhren aus Europa reduzierten sich dabei um 29,5 Prozent auf 394,4 Milliarden Yen.

DPA/AFP / DPA
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