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Bilanzskandal: Wirecard-Chef Braun tritt mit sofortiger Wirkung zurück

Aktionärsvertreter fordern schon länger den Abgang von Wirecard-Chef Markus Braun. Jetzt wirft der Österreicher, der das IT-Start-up zu einem Dax-Konzern aufgebaut hat und Großaktionär ist, das Handtuch.

Wirecard-Chef Markus Braun spricht auf der Hauptversammlung 2019

Wirecard-Chef Markus Braun spricht auf der Hauptversammlung 2019

DPA

Der Chef des skandalumwitterten Finanzdienstleisters Wirecard, Markus Braun, ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Der Schritt sei im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat erfolgt, teilte das im deutschen Aktienindex Dax gelistete Unternehmen am Freitag mit. Interimschef wird demnach der am Vortag zum Vorstandsmitglied bestellte James Freis.

Wirecard hatte am Donnerstag seinen eigentlich für April angekündigten Jahresabschluss zum vierten Mal verschoben und mit einem möglichen Betrugsfall rund um Treuhandkonten die Börse schockiert. Nach eigenen Angaben war das Unternehmen von den Abschlussprüfern darauf hingewiesen worden, dass für die Existenz von Bankguthaben über 1,9 Milliarden Euro auf Treuhandkonten bei zwei asiatischen Banken keine ausreichenden Nachweise vorlägen.

Aktie von Wirecard bricht ein 

Die Summe entspricht laut Unternehmen in etwa einem Viertel der Konzernbilanzsumme und war von Tochtergesellschaften als Garantie für das Risikomanagement von Händlern hinterlegt worden, für die Wirecard Zahlungen abwickelt. Die beiden kontenführenden Banken hätten mitgeteilt, dass "die betreffenden Kontonummern nicht zugeordnet werden konnten", hieß es. Es gebe Hinweise, dass ein Treuhänder "zu Täuschungszwecken" falsche Bestätigungen vorlegt habe, um ein falsches "Vorstellungsbild" der Guthaben zu geben.

An der Börse in Frankfurt am Main brach die Aktie von Wirecard seit Mittwoch um 80 Prozent ein.

ivi / AFP / DPA