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WTO-Gespräche: Fortsetzung noch in diesem Jahr

Die US-Handelsbeauftragte Susan Schwab erwartet neue WTO-Gespräche bis zum Jahresende. Gelingt dies nicht, würde ein neuer Anlauf Jahre dauern.

Die USA sind nach den Worten ihrer Handelsbeauftragten optimistisch, dass die derzeit auf Eis liegenden Welthandelsgespräche noch bis Jahresende wieder aufgenommen werden könnten. Sie glaube, dass die betroffenen Staaten sich bis Dezember oder aber Anfang 2007 auf die Grundzüge eines Kompromisses einigen könnten, sagte Susan Schwab am Freitag in einem Telefoninterview aus Malaysia. Andernfalls würde ein neuer Anlauf der so genannte Doha-Runde der WTO über eine Liberalisierung des Welthandels wohl auf Jahre hinaus vertagt.

Landwirtschaftssubventionen erschweren Einigung

Schwab hielt sich zur Konferenz der Wirtschaftsminister der Vereinigung der Südostasiatischen Staaten (Asean) in Malaysia auf, wo sie auch andere Handelspartner der Vereinigten Staaten traf. Eine gemeinsame Erklärung der USA und der Asean-Länder zu den Doha-Gesprächen hatte Bedauern über den Abbruch der Verhandlungen Ende Juli zum Ausdruck gebracht. Zugleich war darin versichert worden, beide Seiten wollten zu einer Wiederaufnahme der Gespräche beitragen.

Hinter den Gesprächen steht die Hoffnung auf eine Verringerung der weltweiten Armut. Einer Einigung muss in jedem Fall die Führungsriege der Welthandelsorganisation (WTO), die so genannte G-6-Gruppe, zustimmen. Dazu gehören Brasilien, die USA, die Europäische Union (EU), Australien, Indien und Japan. Die Verhandlungen waren zuletzt im Streit über Beihilfen für die Landwirtschaft in den USA und in der EU gescheitert. Schwab betonte vor diesem Hintergrund, die G-6-Gruppe habe gezeigt, dass sie allein nicht in der Lage sei, einen Durchbruch zu erzielen. Daher müssten andere Staaten in den unmittelbaren Entscheidungsprozess stärker einbezogen werden. Die Doha-Gespräche waren vor rund fünf Jahren aufgenommen worden.

Reuters

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