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Zweites Quartal: Marktunruhen bremsen Deutsche Bank

Bessser als erwartet, aber schlechter als zum Jahresauftakt: Die Deutsche Bank hat ihre Bilanz des zweiten Quartals vorgelegt. Probleme macht vor allem das sonst so lukrative Investmentbanking. Die Börse ist dennoch zufrieden.

Die Marktturbulenzen im Frühjahr haben der Rekordjagd der Deutschen Bank einen Dämpfer verpasst. Zwar fielen die Zahlen für das zweite Quartal besser aus als von Experten erwartet. Die Werte blieben aber deutlich hinter dem starken Jahresauftakt 2010 zurück. Konzernchef Josef Ackermann gab sich am Dienstag gleichwohl optimistisch: "Die Deutsche Bank sieht sich gut positioniert, um weiter nachhaltigen Wert für ihre Aktionäre zu schaffen", versicherte er in einer Mitteilung. Die Börse teilt seine Zuversicht. Die Aktie der Deutschen Bank gehört am Dienstag zu den größten Gewinnern im Dax.

Der Überschuss im zweiten Quartal war trotz eines Einbruchs im Handelsgeschäft mit rund 1,2 Milliarden Euro etwas größer als im Vorjahreszeitraum mit 1,1 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Steuern legte von 1,3 auf 1,5 Milliarden Euro zu. Ins Jahr gestartet war die Deutsche Bank jedoch mit deutlich höheren Gewinnen: Rund 1,8 Milliarden Euro nach Steuern und rund 2,8 Milliarden Euro vor Steuern standen nach drei Monaten in den Büchern. Dennoch fielen dank des stabilen zweiten Quartals auch die Halbjahreszahlen deutlich besser aus als erwartet: Nach Steuern summierte sich der Gewinn auf 2,9 (2,3) Milliarden Euro, vor Steuern auf 4,3 (3,1) Milliarden Euro.

"Sorgen über eine erneute Rezession sind übertrieben"

Ackermann zeigte sich überzeugt, dass sich die Weltwirtschaft weiter beleben wird. "Gleichwohl bleibt das wirtschaftliche Umfeld anfällig für Rückschläge", schrieb er an die Aktionäre. "Konjunkturelle Risiken gehen weiterhin besonders von den USA aus, die unter einer anhaltend hohen Arbeitslosigkeit leiden. In Europa dämpfen staatliche Maßnahmen das Wachstum. Allerdings dürften Sorgen über ein erneutes Abgleiten der Industrieländer in eine Rezession übertrieben sein."

Ihre Risikovorsorge für faule Kredite konnte die Deutsche Bank im Zeitraum April bis Juni deutlich auf 243 Millionen Euro zurückfahren - das war nur etwa ein Viertel des Vorjahreswertes von 1,0 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr belief sich die Risikovorsorge auf 506 Millionen Euro nach 1,5 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

Die Erträge im klassischen Investmentbanking schrumpften im zweiten Quartal um fast ein Viertel. Sowohl der Handel mit Anleihen als auch mit Aktien lief schlechter. Ein Plus bei Zins- und Provisionsüberschuss konnte das nicht ausgleichen. Insgesamt verringerten sich die Erträge auf 7,2 (7,9) Milliarden Euro.

Deutlich nach oben ging es dagegen im sonst eher schwächelnden Geschäft mit Privatkunden (PBC). In dieser Sparte legte der Gewinn vor Steuern von 55 Millionen Euro auf 233 Millionen Euro zu. "Der Bereich PBC erreichte das beste Quartalsergebnis seit dem Höhepunkt der Finanzkrise", erklärte Ackermann.

Bank hält 10 Milliarden Euro an PIIGS-Anleihen

In einer Analystenpräsentation wies die Deutsche Bank zudem die Ergebnisse des jüngsten europaweiten Bankenstresstests bei Staatsanleihen aus. Das Engagement in den sogenannten PIIGS-Staaten (Portugal, Italien, Irland, Griechenland, Spanien) belief sich demnach auf rund 10 Milliarden Euro. Den Großteil der Bestände hatte die Deutsche Bank im Handelsbuch stehen, das bei den Krisentests untersucht worden war.

Bei dem Test waren 91 europäische Banken unter die Lupe genommen worden, 7 Institute fielen durch, darunter als einziges deutsche Institut die verstaatlichte Hypo Real Estate (HRE).

mad/DPA / DPA