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ALTERSVORSORGE: Die eigene Rente berechnen

Die ungefähre Rentenhöhe lässt sich anhand von Listen selbst ausrechnen, für die Details ist aber ein Besuch bei einer Beratungsstelle sinnvoll.

Beim Blick auf die Gehaltsabrechnung entfährt manchem ein Seufzer: 19,1 Prozent beträgt der Beitragssatz für die gesetzliche Rentenversicherung derzeit - nach den Plänen der Bundesregierung sind es bald 19,3 Prozent. Die Höhe der späteren Rente lässt sich ungefähr berechnen, mit Hilfe von Tabellen der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) in Berlin.

Exakte Berechnung zu kompliziert

»Wir wollen damit eine grobe Richtung vorgeben«, sagt Walter Glanz von der BfA. Eine exakte Berechnung ist für Laien aber meist zu kompliziert. Die Rentenversicherungsträger verschicken seit dem Sommer 2002 »Renteninformationen«. Rentner von morgen werden so über ihre bisher erworbenen Ansprüche informiert. Bis 2004 sollen mehr als 40 Millionen Versicherte Post erhalten. Ungeduldige können die Übersicht beim Versicherungsträger telefonisch oder per Internet anfordern.

Die Entgeltpunkte sind das Maß

Die bereits erwirtschaftete Monatsrente setzt sich aus den Rentenansprüchen der einzelnen Berufsjahre zusammen, so die Experten. Für jedes Jahr erhält der Versicherte - dem Jahresverdienst und den Einzahlungen entsprechend - »Entgeltpunkte«. Hat der Arbeitnehmer in einem Jahr genauso viel verdient wie der Durchschnittsversicherte, bekommt er einen Entgeltpunkt. Liegt sein Jahresverdienst unter oder über dem Durchschnitt, gibt es entsprechend weniger oder mehr.

Unterschiede zwischen Ost und West

Mit Hilfe der BfA-Broschüren lassen sich die eigenen Entgeltpunkte ermitteln. Sie werden mit dem aktuellen Rentenwert multipliziert. Dieser wird zwecks Rentenerhöhung jedes Jahr neu festgelegt und beträgt im zweiten Halbjahr 2002 im Westen 25,86 Euro und im Osten 22,70 Euro. Die tatsächliche Rentenhöhe wird erst zu Beginn des Ruhestands mit dem dann geltenden Rentenwert bestimmt. Bei der Berechnung der Entgeltpunkte werden die niedrigeren Verdienste im Osten mit Umrechnungsfaktoren fiktiv auf Westniveau angehoben.

Auch Krankenzeiten gelten

Das Ergebnis dieser Rechnung ist aber nur ein ungefährer Wert. »Die exakte Rentenberechnung ist kompliziert, man muss sie nicht verstehen«, sagt Glanz. Der genaue Wert könne zum Beispiel deshalb abweichen, weil sich die Zeiten für die Ausbildung erst am Ende des Berufslebens exakt bewerten lassen. Eingerechnet würden zum Beispiel auch beitragsmindernde Zeiten durch Krankheit und Arbeitslosigkeit.

Hilfe gegen Gebühr

Wenn es um Details oder Lücken im Lebenslauf geht, können sich Versicherte kostenlos bei den Informationsstellen der BfA oder den Landesversicherungsanstalten (LVA) beraten lassen. »Wir erklären zum Beispiel die Bewertung von Zeiten, für die keine Beiträge eingezahlt wurden«, sagt Katrin Hensen von der BfA-Beratungsstelle in Leipzig. Auch unabhängige Berater bieten Hilfe an - allerdings gegen Gebühr. Eine Erstberatung koste zwischen 15 und 180 Euro, sagt Ingrid Rombach, Rentenberaterin aus Oberursel in Hessen. Die Berater kümmern sich auch um Streitfälle und um Lücken in Lebensläufen.

Gesetzesänderungen erschweren viel

Die Ansprüche aus bisherigen Berufsjahren lassen sich allein oder mit Hilfe von Experten berechnen. Schwieriger ist zu sagen, wie sich der Rentenwert entwickelt, heißt es beim Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR) in Frankfurt/Main. Schließlich können nicht immer zuverlässige Prognosen über die berufliche Zukunft und die weiteren Einzahlungen in die Rentenversicherung gemacht werden. Hinzu kommen die Rente betreffende Gesetzesänderungen.

Informationen

Kostenlose Broschüren »Wie berechne ich meine Rente« und eine CD-ROM »Rentenberechnung leicht gemacht« für fünf Euro sind erhältlich bei der BfA (Telefon-Hotline zum Nulltarif: 0800/333 19 19). Weitere Informationen unter: Bundesverband der Rentenberater, Postfach 26 01 50, 50514 Köln (Tel: 0221/240 66 42, Fax: 0221/240 69 46)