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Fragen & Antworten: Die Tricks der Geschäftemacher

Ob beim Möbelkauf, im Fitnessstudio oder beim Urlaubsflug - jederzeit können Sie übervorteilt werden: Verbraucherberater erläutern, was erlaubt und was verboten ist.

Viele Geschäfte bewerben einzelne Artikel mit einem Sonderpreis (zum Beispiel Computer im Lebensmittelmarkt). Hat der Verbraucher in diesem Fall Anspruch auf Abschluss eines Kaufvertrages?

Leider nein. Er kann höchstens Schadensersatz wegen seiner Fahrtkosten verlangen, wenn die Ware ausverkauft ist. Es ist ein Gesetz in Vorbereitung, dass den Händler zwingt, solche Lockvogelangebote für zumindest zwei Tage auch vorrätig zu haben.

Kann ein Verbraucher, der per Post eine Gewinnzusage über einen Geld- oder Sachpreis erhält ("1.000 Euro, die jetzt schon Ihnen gehören"), die Aushändigung dieses Gewinnes verlangen?

Ja. Es gibt dazu zahlreiche positive Urteile. Weil in dieser Szene aber viele unseriöse Firmen zum Teil aus dem Ausland operieren, ist es fraglich, ob man tatsächlich an sein Geld kommt.

Was tun, wenn die neue Musik-CD einen Kopierschutz hat und sich nicht auf jedem CD-Player (etwa im Auto) abspielen lässt?

Diese CD hat einen Mangel. Man kann die Beseitigung dieses Mangels oder einwandfreie Ersatzlieferung verlangen. Weil der Händler dies in der Regel ablehnen wird, erhält der Kunde zumindest den Kaufpreis zurück.

Dürfen Fitnessstudios Mitgliedern in Vertragsklauseln verbieten, ihren Durst mit mitgebrachten Getränken zu stillen?

Allzu pauschale Klauseln sind unwirksam. Ein aus Sicherheitsgründen verhängtes Glasflaschenverbot ist zulässig. Wenn das Fitnessstudio Getränke zu Handels- statt zu Kneipenpreisen anbietet, ist die Klausel ebenfalls wirksam.

Muss ein Pauschalreisender, der einen Direktflug gebucht hat, Zwischenlandungen in Kauf nehmen?

Direktflug bedeutet nur, dass der Reisende das Flugzeug nicht zu wechseln braucht. Zwischenlandungen und Verzögerungen sind erlaubt, sogar das Verlassen der Maschine und der Aufenthalt in einem Transitraum. Nur wenn ein "Nonstop-Flug" gebucht wurde, gelten Zwischenlandungen als Reisemängel.

Darf ein Reiseveranstalter beim Rücktritt des Kunden dennoch den vollen Reisepreis verlangen?

Nein. Eine Stornopauschale von 100 Prozent in Reiseverträgen ist unwirksam.

Müssen Eltern für den Nachhilfeunterricht ihrer Kinder auch während der Schulferien zahlen, obwohl dann keine Nachhilfe erteilt wird?

Nein. Selbst eine in Nachhilfeunterrichtsverträgen festgeschriebene Reduzierung während der Ferien um die Hälfte ist unwirksam.

Muss ein Möbelkäufer bei der Bestellung eine hohe Anzahlung leisten?

Nur, wenn sie im Kaufvertrag ausdrücklich vereinbart wird. Festgeschriebene Anzahlungen von 20 Prozent in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, dem "Kleingedruckten" auf der Rückseite des Kaufvertrages, sind nicht zulässig.

Ist der Kunde beim Einkauf im Supermarkt verpflichtet, seine mitgebrachte Tasche vom Personal kontrollieren zu lassen?

Nur wenn ein konkreter Diebstahlsverdacht besteht. Eine generelle Berechtigung zur Taschenkontrolle besteht selbst dann nicht, wenn der Geschäftsinhaber ein entsprechendes Schild in den Eingang gehängt hat.

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