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Neuer Süßstoff zugelassen: EU erlaubt Stevia in Lebensmitteln

Ohne Kalorien aber wie Zucker: Bald wird es in den Regalen der Supermärkte auch Produkte mit dem Süßmacher aus der Stevia-Pflanze geben. Die EU-Kommission hat den Zuckerersatz europaweit zugelassen.

Das Süßungsmittel Steviolglycosid wird aus der subtropischen Stevia-Pflanze gewonnen

Das Süßungsmittel Steviolglycosid wird aus der subtropischen Stevia-Pflanze gewonnen

Ein neuer Süßstoff aus der subtropischen Stevia-Pflanze ist künftig auch in der EU erlaubt. Die EU-Kommission genehmigte in Brüssel die Verarbeitung des natürlichen Süßungsmittels Steviolglycosid in Lebensmitteln, nachdem die Mitgliedsstaaten im Sommer zugestimmt hatten. Nach EU-Angaben hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) die Unbedenklichkeit des Stoffs festgestellt. Stevia stand lange im Verdacht, krebserregend und erbgutschädigend zu sein.

Der natürliche Süßstoff, der keine Kalorien hat, wird aus den Blättern der in Paraguay wachsenden Pflanze Stevia rebaudiana gewonnen und soll bis zu 300 Mal süßer sein als Zucker. Damit ließe sich Stevia beispielsweise für kalorienreduzierte Getränke nutzen. In Softdrinks, Joghurt, Müsli und Schokolade will die Lebensmittelindustrie den Stoff einsetzen. So hat der Getränkekonzern Coca-Cola nach eigenen Angaben in den USA und Frankreich bereits Getränke mit Stevia eingeführt und forscht für Deutschland am Einsatz des Rohstoffs.

Mehr Transparenz bei Zusatzstoffen

Die EU-Kommission verabschiedete zudem zwei Rechtsvorschriften, um die Verwendung von Lebensmittel-Zusatzstoffen transparenter zu machen. Dadurch könnten Verbraucher und Industrie leichter in Erfahrung bringen, welche Zusatzstoffe genau in Lebensmitteln erlaubt seien, teilte der zuständige EU-Kommissar John Dalli mit.

Demnach werden zwei neue Listen aufgestellt. Auf der ersten werden ab Juni 2013 Lebensmittel-Zusatzstoffe geführt, die zeigen, in welchem Nahrungsmittel diese Stoffe auftauchen. Eine zweite Liste betrifft Zusätze in Stoffen, die Lebensmitteln beigemischt werden, wie Aromen und Nährstoffe. Sie wird in den kommenden Wochen gültig.

Bis 2020 wird die Efsa alle der 320 in der EU erlaubten Zusatzstoffe neu prüfen. Dabei geht es auch um den umstrittenen Süßstoff Aspartam. Als Zusatzstoffe gelten Stoffe, die Lebensmittel konservieren, färben oder süßen. Zugelassen sind nur solche, die nachgewiesenermaßen nicht gesundheitsschädigend sind und einen Vorteil für den Verbraucher haben - wie zum Beispiel eine längere Haltbarkeit.

lea/DPA/AFP / DPA