Jahresbilanz Krankenkassen erwirtschaften Milliarden


Die Krankenkassen haben 2005 einen Überschuss erwirtschaftet. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt machte deutlich, dass die Versicherten dennoch mit keiner Beitragssenkung rechnen dürfen.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben das vergangene Jahr mit einem Überschuss von knapp 1,78 Milliarden Euro abgeschlossen. Das Plus lag damit deutlich unter dem Wert von rund vier Milliarden Euro in 2004. Damit sei die Nettoverschuldung im Gesamtsystem der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bis Ende 2005 vollständig abgebaut worden, teilte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt am Freitag in Berlin mit.

Für das laufende Jahr habe die Koalition mit dem Arznei-Sparpaket und einer Erhöhung des Bundeszuschusses um 1,7 Milliarden Euro auf 4,2 Milliarden Euro die Voraussetzungen geschaffen, dass der Aufbau eines neuen Defizits vermieden werden könne. Für die Jahre ab 2007 dränge aber die Zeit, eine Finanzreform auf den Weg zu bringen. Dafür werde sie Ende März oder Anfang April den Spitzen der Koalition aus Union und SPD einen Lösungsvorschlag vorlegen.

Neue Belastungen sind absehbar

Schmidt wies darauf hin, dass der Bundeszuschuss an die gesetzliche Krankenversicherung 2007 auf 1,5 Milliarden Euro verringert und ab 2008 ganz gestrichen werden soll. Zudem führe die Anhebung der Mehrwertsteuer ab 2007 zu Mehrausgaben von rund 800 Millionen Euro. Diese Belastungen müssten ab 2007 kompensiert werden.

Den stärksten Ausgabenanstieg verzeichneten im vergangenen Jahr die Arzneimittel. Die Zuwachsrate von rund 17 Prozent führte nach Ministeriumsangaben bei den Krankenkassen zu Mehrausgaben in Höhe von fast 3,5 Milliarden Euro. Insgesamt gaben die Kassen für Arzneimittel 25,39 Milliarden Euro aus, davon gut 23,6 Milliarden für Medikamente aus Apotheken.

Reuters Reuters

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