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Krankenversicherungen: Die Privaten lohnen sich nicht

Die Stiftung Warentest hat die Kosten für private Krankenversicherungen unter die Lupe genommen. Ernüchterndes Ergebnis: Zwar böten sie oft bessere Leistungen, doch ein Umstieg lohnt sich nur für die allerwenigsten.

Der Abschluss einer privaten Krankenversicherung lohnt sich für die meisten nicht. Laut der Zeitschrift "Finanztest" sei er finanziell nur für bestimmte Berufs- und Altersgruppen geeignet. Das hat ein Vergleichstest von "Finanztest" ergeben, der nun vorgestellt wurde. Demnach sei eine Privatversicherung für Beamte und ihre Familien dauerhaft günstiger als die gesetzliche.

Alle anderen müssten auf lange Sicht mehr bezahlen. Besonders für Familien mit Alleinverdiener und für Familien mit Kindern kann die private Krankenversicherung teuer werden. Je nach Anbieter und Tarif kostet der Schutz zwischen 100 und 200 Euro pro Kind. Auch der Ehepartner kostet extra.

Ausnahme: gut verdienende, junge Männer, die keine Familie versorgen müssten. Sie hätten eine realistische Chance, auf Dauer geringere Beiträge zu bezahlen, ergab die Untersuchung der Stiftung Warentest.

Auch die geplante Gesundheitsreform werde an dieser Situation nicht viel ändern. Deshalb warnt die Zeitschrift vor einem schnellen Eintritt in eine private Versicherung. Zwar solle der Wechsel in Zukunft einfacher werden, doch könnten im Zuge der Reform nach Angaben der Branche die Beiträge bei einzelnen Versicherten um mehr als ein Drittel steigen. Im Alter müssten Versicherte - auch ohne die Gesundheitsreform - deutlich höherer Beiträge zahlen als beim Eintritt. Deshalb müssten Privatversicherte Rücklagen haben, um dann nicht auf Leistungen verzichten zu müssen. Dazu kommt: Nach dem Umstieg in die Privatversicherung ist eine Rückkehr in die gesetzlichen Kassen nicht mehr möglich, und wenn, nur in Ausnahmefällen.

Letztlich bieten die Privaten bessere Leistungen

Dennoch gebe es gute Gründe, trotz der höheren Kosten in die private Krankenversicherung zu wechseln. So böten die privaten Versicherer über die Möglichkeit, sich über Tarifbausteine den Versicherungsschutz zusammenzustellen, die besseren Leistungen.

Laut "Finanztest" bieten derzeit rund 40 Gesellschaften eine private Krankenversicherung an. Ein Anbieter wurde mit "sehr gut" und vier mit "gut" bewertet. Vier weitere erhielten das Urteil "mangelhaft". Getestet wurden insgesamt 344 Angebote verschiedener Versicherungen. Die Beiträge reichen für ein 35 Jahre alten Selbstständigen von 274 bis 536 Euro im Monat und für einen Angestellten von 264 bis 536 Euro. Für den Test wurde das aktuelle Preis-Leistungsverhältnis und die Beitragsentwicklung der vergangenen acht Jahre untersucht.

DPA / DPA
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