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NEUE RENTE TEIL 2: Wettlauf um Rendite

Sind Fonds nicht viel zu riskant? Was passiert bei einem Börsencrash? Die wichtigsten Regeln für das richtige Sparen mit Investmentfonds.

Nein, ein Vergnügen ist es zurzeit nicht

, Anlageberater zu sein. Die Kundschaft meidet den Kontakt. Wie die Metzger während der BSE-Krise auf ihren Steaks sitzen blieben, herrscht derzeit Flaute am Bankschalter. Angesichts abstürzender Dax-Kurse und spektakulärer Pleiten am Neuen Markt ist das Vertrauen in die schnellen Reichmacher dahin. Immer mehr Aktienbesitzer sagen: Börse, nein danke.

Auch Christian Gäde

, Unternehmensberater in München, hat seine leidvollen Erfahrungen gemacht. »Mit einigen meiner Investments bin ich ziemlich auf die Nase gefallen«, sagt der 31-Jährige.

Krise, Crash und Kursverluste

an den Aktienmärkten hinterlassen Spuren - nicht nur in den Depots, auch in der Psyche der Anleger. Die Bereitschaft zum Risiko tendiert derzeit gegen Null.

Und ausgerechnet jetzt

sollen die Deutschen dafür begeistert werden, einen Teil ihrer Altersvorsorge den Fondsgesellschaften anzuvertrauen, die in den vergangenen 18 Monaten teilweise die Hälfte oder mehr des Sparkapitals vernichtet haben? Kein Problem, behaupten die Rentenstrategen der Investmentgesellschaften. »Wir sollten die aktuelle Situation nicht dramatisieren«, sagt Thomas Meier. Mit seinen Kollegen von der Union Investment, der Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken, tüftelt der Aktienfondsmanager gerade an einem Produkt für die Riester-Rente. »Wer fürs Alter spart, denkt in Jahrzehnten.« Und da wird im Rückblick jeder Crash zur kleinen Delle. Wie beispielsweise die rasante Talfahrt der Weltbörsen im Herbst 1987. »Wer in den Monaten zuvor sein Geld angelegt hatte, verlor kurze Zeit später 30 Prozent seines Depotwertes«, sagt Meier. »Doch diejenigen, die ihren Aktien treu geblieben sind, haben bis heute rund 200 Prozent Rendite eingefahren.«

Damit die Fonds-Rente

aber wirklich sicher ist, müssen die Experten bei den großen Gesellschaften mit dem Schlimmsten rechnen. So haben sich die Strategen der Union bei der Rückversicherungsbranche, die mit hohen Risiken ihr Geschäft macht, die so genannte Monte-Carlo-Simulation abgeschaut. Wie im Roulette werden dabei Zufallsszenarien durchgespielt. Was würde passieren, wenn sich der Börsenkrach von 1987 binnen weniger Jahre dreimal wiederholt hätte und 95 Prozent der Anlegergelder vernichtet worden wäre? Wie sähe die Vermögensentwicklung aus, wenn sich der Börsenboom von 1997 bis 2000 ungebrochen fortgesetzt hätte? »Zwischen diesen beiden Extremen haben wir unser Produkt durchgerechnet«, sagt Union-Produktentwickler Elmar Werner. Beruhigendes Ergebnis: Die Zeit heilt alle Wunden, glättet aber auch die Höhenflüge. Nach einem Zeitraum von 20 Jahren landet die Rendite in der Monte-Carlo-Simulation in der Regel bei einem ordentlichen Durchschnittswert, und der liegt bei den Aktien zwischen acht und zehn Prozent im Jahr, bei festverzinslichen Wertpapieren wie Staatsanleihen und Pfandbriefen zwischen sechs bis sieben Prozent.

Alles in bester Ordnung also?

Keinesfalls. Der größte Konkurrent der Fondsbranche ist die Assekuranz. Mit ihren Rentenversicherungen garantieren sie 3,25 Prozent Rendite. Kursschwankungen ausgeschlossen. Also haben die Investmentgesellschaften nur eine Chance im Wettbewerb um das Sparkapital: Sie müssen Produkte anbieten, mit denen sie die Renditewerte der Versicherungen langfristig überbieten.

Für beide gilt:

Die eingezahlten Beiträge müssen garantiert sein, wenn die Rentensparer den Ruhestand erreicht haben. Egal, ob der Anleger vier oder 40 Jahre lang seine Raten zahlt. Für die Fondsbranche ein Spagat, denn die Garantiezusage bremst den Renditeschwung. »Das kostet den Anleger bis zu zwei Prozentpunkte der Wertentwicklung«, sagt Rudolf Symmank von der DWS. Der Experte für Altersvorsorge-Produkte rechnet vor: Bei einer angenommenen Verzinsung von jährlich acht Prozent kommt ein Sparer, der monatlich 77 Euro einzahlt, nach 40 Jahren statt auf 250 000 Euro nur noch auf 147 000 Euro. »100 000 Mark sind aufgrund der Garantiezusage einfach weg. Ob Herr Riester auch daran gedacht hat, als er die Garantiezusage gefordert hat?«

Die Garantiezusage

ist der Knackpunkt für die Fondsgesellschaften. Sie müssen dieses Versprechen für jedes einzelne Kundendepot gewährleisten. Damit haben sie es deutlich schwerer als die Versicherungsbranche, die aus den Kundengeldern einen Pool bildet, aus dem sie sich bedienen kann, wenn ein einzelner Vertrag »unter Wasser« steht. Hinzu kommt: Die Investmentgesellschaften müssen zur Absicherung der Kundengelder Kapital hinterlegen. Aufgrund der riskanteren Anlageform will der Gesetzgeber acht Prozent des Sparvermögens verlangen - die Versicherungen brauchen nur vier Prozent aufzuwenden.

Die Fondsprofis

setzen beim Wettlauf um die Gunst der Rentensparer auf Risiko und Sicherheit zugleich. Ihre Altersvorsorge-Angebote kommen als Mixprodukt aus Aktien- und Rentenfonds auf den Markt (siehe Kasten). Die Aktien bringen die Rendite, die festverzinslichen Papiere garantieren den Kapitalerhalt. Je nach Börsenlage - teilweise auch je nach Alter des Kunden - wird die eine oder andere Komponente übergewichtet. Ganz vorsichtige Gesellschaften wie die Sparkassen-Gruppe oder die Adig sichern das Kundendepot zudem noch mit einer Rentenversicherung ab. Der DIT will aus Renditegründen auf einen Versicherungsbaustein verzichten. »In guten Börsenzeiten segeln wir mit einem hohen Aktienanteil und bessern die Rendite auf. Kommt es zum Sturm an den Börsen, ziehen wir die Reißleine und wechseln die Kundengelder in Anleihen bester Bonität, die weniger Rendite, aber mehr Sicherheit bieten«, beschreibt von Wolff die Strategie.

Ähnlich verfahren

auch die Fondsexperten von Union Investment, die ein Kombiprodukt aus internationalem Aktienfonds und Rentenfonds anbieten. Ihr Produktmotto: Keep it simple - so einfach wie möglich. »Wenn die Börse gut läuft, bleibt der Kunde im Aktienfonds - sogar wenn er 50 Jahre und älter ist«, sagt Walter Hohenstatt, Produktmanager bei Union Investment. Die Union-Strategen haben ihre UniProfiRente im Modell durchgerechnet. Sie glauben, dass die Wertentwicklung - auch mit Phasen negativer Börsenentwicklung - unterm Strich einen zweistelligen Wertzuwachs bringt.

Für die Fondsvorsorge

spricht aber noch ein weiteres Argument. Das angesparte Vermögen ist vererbbar. Bis zum 85. Lebensjahr müssen die Investmentgesellschaften dem Kunden eine monatliche Rente auszahlen. Verstirbt er früher, erhalten die Erben das restliche Kapital. Bei der Rentenversicherung dagegen bleibt der nicht ausgeschüttete Betrag beim Versicherungsunternehmen und wird auf die anderen Kunden verteilt.

Geld verdienen

wird die Fondsbranche mit der Riester-Rente in den ersten Jahren allerdings nicht. Dafür sind die Sparbeträge zu niedrig und die Verwaltungskosten zu hoch. Die kleineren Investmentgesellschaften verzichten deshalb auf eigene RiesterProdukte. Die großen dagegen sehen es eher als Chance, die Kunden für weitere hauseigene Fonds zu gewinnen. Denn die Rente á la Riester deckt lediglich den Teil der Altersvorsorge, um den die gesetzliche Rente im Laufe der Zeit gekürzt wird. An einem zusätzlichen Vermögensaufbau kommt somit niemand vorbei, wenn er seine Versorgungslücke im Alter schließen möchte. Für Christian Gäde ist das Thema Börse noch nicht gänzlich abgehakt: »Aktienfonds sind okay, langfristig bin ich damit auf der sicheren Seite.«

Joachim Reuter

Vorsorge-Sparen mit Versicherungen - worauf Sie dabei achten sollten.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.