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Neue Zähne: Die Zwangsversicherung wäre teurer, "ohne Qualitätsgewinn"

Das wird teuer: Sollten die Unionspläne einer Zwangsversicherung für Zahnersatz Wirklichkeit werden, würde das für eine Durchschnittsfamilie eine Mehrbelastung von 300 Euro im Jahr bedeuten.

Schon länger geistern Unionspläne über eine neue, private Zwangsversicherung für Zahnersatz herum. Jetzt sind die Zahlen auf dem Tisch: 300 Euro mehr pro Jahr müßte eine Durchschnittsfamilie künftig für die Versicherung von Zahnersatz ausgeben, wenn die Unionspläne für die Versicherung der dritten Zähne Wirklichkeit würden. Das hat jetzt die AOK den Mitgliedern des Gesundheitsausschusses im Bundestag in einem Brief vorgerechnet.

Besonders Familien zahlen drauf

Dabei sei die neue private Absicherung bestenfalls die gleiche wie bisher "ohne Leistungs- oder Qualitätsgewinn" schreibt AOK-Chef Hans Jürgen Ahrens. Bisher würden die gesetzlichen Kassen 4,30 Euro pro Versicherten und Monat für Zahnersatz ausgeben, die privaten Versicherten hätten jedoch Kopfprämien von 7,50 Euro angekündigt. Selbst wenn nach einer Ausgliederung des Zahnersatzes aus den gesetzlichen Kassen deren Beiträge sinken würden, komme es immer noch zu durchschnittlichen jährlichen Mehrbelastungen zwischen 30 Euro für Singles und 300 Euro für eine vierköpfige Familie. "Damit werden insbesondere Familien und Geringverdiener überproportional finanziell belastet", schreibt die AOK.

Dr. Georg Wedemeyer
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