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Nicht zwingend, aber hilfreich

Die Hausratversicherung ist nicht absolut notwendig, kann aber in vielen Fällen äußerst praktisch sein - und ist zudem meist nicht teuer. Lesen Sie, worauf Sie vor dem Abschluss achten müssen.

Schützen Sie ihr Hab und Gut. 

Schützen Sie ihr Hab und Gut. 

Die Hausratversicherung ist keine Muss-Versicherung. Dennoch gehört sie hierzulande zu den beliebtesten Policen - und das aus einfachem Grund: Im Laufe der Jahre hat sich in den meisten Wohnungen und Häusern soviel Hausrat angesammelt, dass ein Verlust mindestens ärgerlich ist und bei wertvollen Möbeln auch teuer werden kann. Außerdem zahlt eine Hausratversicherung auch für gestohlene Kleidung, Schmuck, Bargeld, Computer, Kameras - sprich: für alles, was zum Haushalt gehört.

Problematisch ist die Absicherung gegen Naturkatastrophen sowie Überschwemmungs- oder Erdbebenschäden. Zwar bieten die Versicherer dies an, allerdings übernimmt die Assekuranz gerade in Regionen, wo tatsächlich mit solchen Schäden gerechnet werden muss, das Risiko meist nicht - oder nur zu sehr hohen Preisen.

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Was leisten die Policen?

Über die Hausrat-Police sind alle Einrichtungsgegenstände - also Möbel und Teppiche beispielsweise - versichert. Eingeschlossen sind auch Gebrauchsgegenstände wie etwa Kleidung, Geschirr oder Elektrogeräte. Das gilt für Einbruch, Diebstahl und Verwüstung, sowie Brandschäden, Wasserschäden (Leitungswasser) und Schäden durch Sturm und Hagel. Dass ein Schaden entstanden ist, muss der Kunde allerdings nachweisen.

Stehen Aquarien und Wasserbetten in der Wohnung, sollten sie ausdrücklich im Vertrag aufgeführt werden - für solche Risiken verlangen die Anbieter meist einen Aufschlag. Empfehlenswert ist auch, durch eine Vertragsergänzung TV-Gerät, PC oder Stereoanlage vor Überspannungsschäden bei einem Blitzschlag mitzuversichern. Glasbruch gehört meist ebenfalls nicht in den Basis-Leistungsumfang.

Die Versicherung springt auch für Kosten ein, die entstehen, wenn Sie etwa wegen eines Brands in Ihrer Wohnung im Hotel übernachten müssen oder einen Maler zwecks Renovierung kommen lassen. In gewissem finanziellen Rahmen ebenfalls mitversichert ist in der Regel Diebstahl aus einem (abgeschlossenen!) Hotelzimmer an Ihrem Urlaubsort.

Die richtige Versicherungssumme

Jede Hausrat-Police enthält die sogenannte Unterversicherungsklausel. Sie soll verhindern, dass die Kunden ihr Hab und Gut zu niedrig versichern. Wer die Versicherungssumme mit dem von den Versicherungen empfohlenen Pauschalwert von 650 Euro je Quadratmeter Wohnfläche berechnet, ist vor dem Vorwurf der Unterversicherung generell geschützt. Für eine 100-Quadratmeter- Wohnung ergibt sich so eine Versicherungssumme von 65.000 Euro.

Kritische Verbraucher fangen hier an zu rechnen: Das verschlissene Sofa, das durchgelegene Bett, die abgenutzte Schrankwand, der uralte Fernseher - niemals kostet ein Neukauf 65.000 Euro, und günstigerer Ersatz würde ja erst mal genügen. Deshalb kommt oft eine Unterversicherung zustande. Das kann erhebliche Folgen haben: Wird im Schadensfall vom Versicherer auch nur ein Quentchen "Unterversicherung" gefunden, etwa weil die Bücher im Regal zwar zerfleddert, aber neu einige Tausend Euro wert sind, zahlt er nicht die volle Schadenssumme.

Ein Beispiel: Eine Wohnung ist mit 80.000 Euro versichert - der tatsächliche Neuwert beträgt aber 100.000 Euro. Dann würde die Versicherung beispielsweise für den gestohlenen Plasmafernseher nur 800 Euro zahlen - anstelle des Neuwerts von 1000 Euro.

Um einer Über- oder Unterversicherung zu entgehen, sollten Verbraucher deshalb am besten den Neuwert des gesamten Hausrats ansetzen. Um späteren Ärger mit dem Versicherer zu vermeiden, lohnt es sich auch, Quittungen und Kaufbelege aufzubewahren und wertvolle Dinge wie Bilder oder Schmuck zu fotografieren.

Was kosten Hausratversicherungen?

Der Prämien berechnen sich nach Versicherungssumme und Wohnort. Wenn Sie in einer ruhigen Gegend wohnen, müssen Sie weniger zahlen, als in einer, in der es häufig zu Wohnungseinbrüchen kommt. Ihre Einstufung wird anhand der Postleitzahl berechnet. Außerdem gibt es diverse Möglichkeiten, bestimmte Leistungen mitzuversichern: vom Diebstahl von Gartenmöbeln über die Datenrettung aus verbrannten Computern bis hin zu "Schlossänderungskosten". All diese Faktoren beeinflussen die Höhe der Beiträge. Eine "Standard"-Hausratversicherung für eine durchschnittliche Wohnung und Lage beginnt bei etwa 65 Euro im Jahr.

Grobe Fahrlässigkeit

Wer seine Wohnung verlässt und dabei die Fenster offen oder die Waschmaschine laufen lässt und so einen Schaden verursacht, geht in der Regel leer aus oder erhält zumindest nur gekürzte Entschädigungen: Weil die Versicherungen dem Versicherten dann "grobe Fahrlässigkeit" vorwerfen. Mittlerweile bieten einige Unternehmen an, auf diesen Einwand zu verzichten. Prüfen Sie also vor Abschluss, ob der Versicherer diese Option anbietet. Aber Vorsicht: Einige Versicherer schränken diese kundenfreundliche Regelung andernorts gleich wieder ein.

Zweitwohnungen

Können Sie gegen einen Prämienaufschlag mitversichern. Allerdings sollten dort keine Wertgegenstände längerfristig aufbewahrt werden.

Fahrradversicherungen

Für einen Aufpreis kann das Rad in die Hausratversicherung aufgenommen werden. Diese Versicherungen haben ihre Tücken, denn hochwertige Räder sind meist nicht mitversichert. Auch Ort und Zeit eines Diebstahls können schnell zur Ablehnung des Schadens führen. Grundsätzlich gilt: Die Prämie kostet bis zu zehn Prozent des Fahrradneuwerts. Wenn eine Kfz-Versicherung denselben Maßstab ansetzen würde, müssten Sie für ein Neuwagen im Wert von 30.000 Euro eine Prämie in Höhe von 3000 Euro jährlich zahlen. Fazit: Fahrradversicherungen sind teuer.

Lesen Sie dazu auch, welche Versicherungen sonst noch überflüssig sind

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