Spekulative Geschäfte Finanzaufsicht BaFin erschwert Leerverkäufe

Die Finanzaufsicht BaFin will spekulative Geschäfte mit deutschen Finanzaktien wieder schärfer kontrollieren. Leerverkäufe von Aktien der zehn größten deutschen Finanz- und Versicherungshäuser müssen vom 25. März an der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gemeldet werden, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte.

Die Finanzaufsicht BaFin will spekulative Geschäfte mit deutschen Finanzaktien wieder schärfer kontrollieren. Leerverkäufe von Aktien der zehn größten deutschen Finanz- und Versicherungshäuser müssen vom 25. März an der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gemeldet werden, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte. Die Meldepflicht sei nötig, um frühzeitig gegen Leerverkäufe vorgehen zu können, die an den Grundfesten des Finanzsystems rüttelten und den Wertpapierhandel störten, erklärte die BaFin.

Ende Januar hatte sie ein Verbot von Leerverkäufen in den Titeln nach eineinhalb Jahren auslaufen lassen, das sie nach dem Kollaps der US-Investmentbank Lehman Brothers erlassen hatte, um die Märkte zu stabilisieren.

Die Behörde knüpft an Vorschläge des Ausschusses der Europäischen Wertpapieraufseher (CESR) an, die in dieser Woche vorgelegt worden waren. Die US-Börsenaufsicht SEC hatte bereits Ende Februar neue Regeln beschlossen, um Leerverkäufe einzudämmen. Die BaFin greift damit einer Gesetzesinitiative vor, die Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am Mittwoch zum besseren Schutz von Privatanlegern und für mehr Transparenz an den Kapitalmärkten angekündigt hatte. Die BaFin-Regeln sind bis Ende Januar 2011 befristet.

Bei Leerverkäufen wetten Investoren auf fallende Kurse von Wertpapieren oder Währungen. Sie leihen sich Aktien von anderen Anlegern, verkaufen diese und versuchen, sich anschließend billiger wieder damit einzudecken. Bei ungedeckten Leerverkäufen haben sich die Investoren noch nicht einmal die Papiere geliehen, was die Risiken noch erhöht. Diese Geschäfte können Kursausschläge einer Aktie drastisch beschleunigen.

Schäuble will ungedeckte Leerverkäufe ganz verbieten und auch das "Anschleichen" von Investoren an Unternehmen erschweren, mit dem Übernahmen heimlich vorbereitet werden können. Das gebe dem Markt klare Leitlinien, sagte der finanzpolitische Sprecher der Union, Leo Dautzenberg. Es sei wichtig, "Hasardeuren am Finanzmarkt, die in Glücksrittermanier auf Kurse wetten, klare Leitplanken zu setzen".

Die BaFin-Vorschriften sehen zunächst nur eine Meldepflicht für Leerverkaufspositionen vor, wenn bestimmte Anteilsschwellen am Grundkapital überschritten werden, beginnend bei 0,2 Prozent. Ab 0,5 Prozent will die BaFin die Position veröffentlichen, allerdings ohne den Namen ihres Inhabers. Die CESR will, dass auch der Name genannt wird. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle sprach sich ebenfalls für schärfere Meldepflichten auf europäischer Ebene aus.

Die BaFin-Regel gilt für Aktien der Allianz, der Commerzbank, der Deutschen Bank, der Deutschen Börse, der Münchener Rück, der Postbank, der Hannover Rück, der Aareal Bank, von Generali Deutschland und MLP.

Reuters Reuters

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