Verbrauchertipps Schmerzensgeld nicht bei allen Unfällen


Durchschlägt ein Gegenstand unbekannter Herkunft die Windschutzscheibe eines Autos und kommt es daraufhin zu einem Unfall, sind daraus kaum Ansprüche geltend zu machen.

Durchschlägt ein Gegenstand unbekannter Herkunft die Windschutzscheibe eines Autos und kommt es daraufhin zu einem Unfall, sind Ansprüche kaum geltend zu machen. Das entschied das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe. In dem verhandelten Fall hatte die Klägerin mit ihrem Auto einen unbeladenen LKW passiert, wobei ein Gegenstand mit lautem Knall ihre Frontscheibe zerschlug. Die Frau erlitt einen Hörschaden und verlangte ein Schmerzensgeld in Höhe von 20.000 Mark. Da sich ein schuldhaftes Verhalten des LKW-Fahrers nicht nachweisen lasse, wies das OLG diese Forderung zurück (Az.: 14 U 114/99), wie das Gericht in Karlsruhe mitteilt.

Der Gegenstand selbst, der den Unfall verursacht hatte, war nicht mehr aufzufinden gewesen. Selbst wenn aufgrund von Zeugenaussagen davon auszugehen sei, dass er von dem Laster gestammt habe, könne daraus nicht auf ein fahrlässiges Verhalten des beklagten Fahrers geschlossen werden. Auch der von der Rechtsprechung entwickelte »Beweis des ersten Anscheins«, nach dem bei einem typischen Geschehensverlauf auf eine bestimmte Ursache geschlossen werden kann, komme in diesem Fall nicht in Betracht, befanden die Richter. Da völlig unbekannt sei, um was für einen Gegenstand es sich gehandelt habe, sei nicht von einem typischen Geschehen auszugehen.


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