Rushhour heißt meist Stillstand. Aber wo in Europa fließt der Verkehr am zähesten? Ein Hersteller von Navigationssoftware hat seine Daten durchforstet und Europas Stau-Hochburgen gekürt.
In Moskau wird mehr gewartet als gefahren. Die russische Hauptstadt ist auch Europas Stau-Hauptstadt. Im Berufsverkehr muss der Moskowiter viel Geduld aufbringen: Morgens beträgt die Verzögerung 106 Prozent, abends sind es gar 138 Prozent. Aus einer Stunde Fahrt, werden dann zweieinhalb. Im Durchschnitt muss man in Moskau mit 66 Prozent Verzögerung rechnen. Der durchschnittliche Pendler verbringt so 127 Stunden jährlich im Stau. Einzige Ausnahme: Für die Regierung gibt es nach wie vor Sonderfahrstreifen.
Die Angaben beruhen auf den gesammelten Daten von TomTom, eine Firma die Navigationssoftware und -geräte herstellt. Der Vorteil der TomTom-Methode: Für jede Strecke werden die tatsächlichen Fahrzeiten ermittelt und verglichen. Der Sollwert ohne Verzögerung beruht daher nicht auf Schätzungen sondern auf realistischen Fahrprofilen.
Dennoch sagen die TomTom-Zahlen nicht alles: Es werden jeweils Fahrten im ganzen Stadtgebiet ausgewertet und dann der Durchschnitt gebildet. Die Wartezeiten auf besonders belasteten Routen oder in der eigentlichen City dürften wesentlich höher sein als die Durchschnittswerte.