Bislang gibt es in der EU den Emissionshandel für die Bereiche Energie und Industrie. Dessen Einführung auch für Verkehr und Gebäude war eigentlich für 2027 geplant gewesen, wurde auf Druck vor allem osteuropäischer Staaten aber auf 2028 verschoben. Hintergrund war die Sorge vor dem Anstieg der Preise für Benzin, Gas und Heizöl. In Deutschland gibt es hingegen bereits eine CO2-Bepreisung für Verkehr und Gebäude.
Hoekstra nannte die Elektrifizierung möglichst vieler Wirtschaftsbereiche ein Mittel zur Stärkung der europäischen Wirtschaftskraft und Resilienz. "Wir müssen mit einer Kombination aus Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit und Unabhängigkeit fortfahren und Elektrifizierung ist ein Rezept, das für alle drei Ziele funktioniert“, sagte der frühere Finanz- und Außenminister der Niederlande.
Der EU-Kommissar bekräftigte in diesem Zusammenhang seine Forderung nach einem Ausbau auch der Atomkraft in der EU. "Wir werden Kernenergie brauchen", sagte er der "WamS". Natürlich müsse diese "sicher und geschützt" betrieben werden, "aber wir brauchen sie noch über Jahrzehnte".
Hoekstra sagte, notwendig seien "mehr Kernenergie, mehr erneuerbare Energien, mehr Batterien". Dies helfe dem Klima, "aber es hilft ebenso, die Endenergiepreise endlich zu senken". Der niederländische Politiker setzt sich seit Jahren für eine stärkere Nutzung der Atomkraft ein und begründet dies auch mit der Vermeidung von CO2-Emissionen. Allerdings ist dieser Ansatz auch in den Niederlanden umstritten.