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Ein PC für 100 Dollar - das könnte auch für Menschen in armen Ländern erschwinglich sein. Glaubt MIT-Professor Nicholas Negroponte und bastelt mit dem Chip-Hersteller AMD an einem solchen Gerät. Einem "echter" PC wird's aber wohl nicht.
Der US-Chiphersteller Intel ist aus dem Projekt des Billig-Laptops XO ausgestiegen. Ein weiterer Rückschlag für den Minicomputer, der speziell für Entwicklungsländer geplant wurde und ursprünglich nur 100 Dollar kosten sollte. Intel wollte sich nicht exklusiv an den XO binden.
Kinderkram? Von wegen. Version 2.0 des Minirechners könnte die Computerwelt auf den Kopf stellen und viele Erwachsene neidisch machen. Das innovativste Laptop der Welt bekommt Konkurrenz - von seinem eigenen Nachfolger. Schon jetzt stecken in dem "XO", den die gemeinnützige "One Laptop Per Child"-Initiative für Kinder in Entwicklungsländern entwickelt hat, mehr schlaue Einfälle als in den meisten ausgewachsenen Laptops, die in den vergangenen zehn Jahren auf den Markt gekommen sind. Doch die nächste Version, die nun vorgestellt wurde, sieht noch weit spannender aus. Das "XO-2", das 2010 erhältlich sein soll, ist eine radikale Neuerfindung - kein Laptop mehr, wie man es bisher kennt, sondern eher eine Mischung aus elektronischem Buch und iPhone. Das Gerät besitzt zwei Farbdisplays, verzichtet aber auf eine eingebaute Tastatur. Die Bildschirme sind druckempfindlich und können deshalb mehrere Funktionen übernehmen. Mal fungieren sie als Lesebuch; mal als digitale Tafel, auf der die Kinder herumkritzeln können; dann wieder lassen sie sich als virtuelle Schreibmaschine nutzen - dank einer Tastatur, die per Software eingeblendet wird, ähnlich wie man das von Apples Telefon kennt. Obwohl die Technik aufwendiger ist, soll der Preis noch unter die magische Marke von 100 Dollar fallen: Die künftige Version will die OLPC-Stiftung für lediglich 75 Dollar anbieten können - dank "neuer Entwicklungen bei Displays, Prozessoren und anderer Hard- und Software-Technologie", wie es am Dienstag bei der Vorstellung des Konzepts hieß. Eine gesunde Portion Skepsis ist sicher angebracht. Schon mehrfach musste der OLPC-Vater Nicholas Negroponte , Gründer des renommierten "MIT Media Lab", seine Ambitionen zurückschrauben. So ist das bisherige XO-Laptop von seinem angepeilten 100-Dollar-Preis immer noch weit entfernt - derzeit kostet es mit 188 Dollar fast das Doppelte. Auch ist das Gerät, gemessen an den Verkaufszahlen, bisher kein großer Hit. Eigentlich sollten bereits Millionen von Kindern in Entwicklungsländern einen der kleinen Klapprechner in Händen halten. Tatsächlich sind erst 600.000 Geräte ausgeliefert worden. Der mäßige Erfolg hat viele Gründe - angefangen bei der Tatsache, dass Negroponte sich etwas naiv auf Absichtserklärungen zwielichtiger Staatslenker wie Libyens Muammar al-Gaddafi verließ, die pressewirksam verkündeten, sie würden Millionen XO-Laptops kaufen, ohne dann tatsächlich einen Scheck auszustellen. Dazu kommen Blutgrätschen der etablierten Konkurrenz. Vor allem Intel und Microsoft graut vor dem Gedanken, dass die nächste Generation von Computernutzern ohne Windows und "Intel inside" aufwachsen könnte, und so feuerten sie lange aus allen Rohren gegen das XO-Laptop, das AMD-Chips und Linux einsetzt. Microsoft hat sich vor wenigen Tagen mit der OLPC-Stiftung auf eine Zusammenarbeit geeinigt - doch das muss nicht unbedingt viel heißen. Auch Intel gab eine Weile vor, bei dem Projekt mitzumachen, nur um in Wahrheit den eigenen "Classmate PC" am XO vorbei zu manövrieren. Immerhin fanden sich im Herbst gut 80.000 Privatleute, die im Rahmen einer Aktion namens "Give 1, Get 1" bereit waren, 400 Dollar auszugeben, um zwei XO-Laptops zu kaufen - eines für sich selbst, das andere als Spende für Kinder in Ländern wie Äthiopien, Peru und Uruguay. Diese Aktion geht nun in die zweite Runde, und nach meinen Informationen werden auf der Website www.xogiving.org Bestellungen aus aller Welt angenommen. Man muss also nicht in Amerika leben, um etwas Gutes zu tun und für sich selbst ein Exemplar des originellen Minirechners zu ergattern, der für Privatkunden normalerweise nicht zu kaufen ist. Und selbst wenn noch nicht klar ist, ob das OLPC-Projekt je sein Ziel erreicht, jedem Kind sein eigenes Laptop in die Hand zu drücken - wirkungslos verpuffen wird Negropontes Initiative auf keinen Fall. Mit seinem ehrgeizigen Projekt hat der MIT-Professor die gesamte Branche unter Zugzwang gesetzt und stellt immer wieder in Frage, was machbar ist, was man von einem Laptop erwarten darf - und zu welchem Preis. Der erste XO hat bereits dazu geführt, dass sich spottbillige Mini-Notebooks, die kinderleicht zu bedienen sind, zu einer eigenen Kategorie entwickeln. Neben Intels Classmate PC ringen neuerdings auch der "eee PC" von Asus und das Everex "Cloudbook" um die Aufmerksamkeit von Käufern, die Alternativen zum industriellen Einerlei suchen. Mit dem XO-2 haben die OLPC-Entwickler, die zum Selbstkostenpreis arbeiten, die Latte nun noch ein ganzes Stück höher gelegt - für sich selbst genau wie für die kommerzielle Konkurrenz. Wenn das Team um den Schweizer Designer Yves Béhar am Ende das abliefern kann, was die Entwürfe versprechen, könnte ein ganz neues Laptop-Zeitalter anbrechen: eines, in dem die Geräte buchstäblich zu Taschen-Rechnern werden - klein genug, um sie überall mitzunehmen, und dabei so billig, dass sie für jeden erschwinglich werden.
Das "XO" wurde für Kinder in armen Ländern entwickelt - doch ab nächster Woche ist es kurzzeitig für jeden zu kaufen. stern.de hat exklusiv vorab einen Blick auf das Gerät geworfen, das als "100-Dollar-Laptop" die Welt erobern soll.
Auf dem 175 Dollar billigen Laptop XO könnten Millionen Kinder in der Dritten Welt den Umgang mit Computern lernen, so die Vision der Initiative "One Laptop per Child". Aber jetzt hat Intel das Geschäft mit Billigrechnern entdeckt und setzt die Weltverbesserer unter Druck.
Der Siegeszug des Internet ist praktisch nicht mehr aufzuhalten, sein Einfluss und seine Macht breiten sich immer weiter aus - es ist eine Revolution. Doch wer steckt dahinter? Die wahren Urheber sind eigentlich unbekannte Genies, welche die Technologien erfanden, mit der alles erst möglich wurde. Dieses Buch porträtiert die 50 wichtigsten Macher.
Google würde am liebsten die ganze Weltliteratur scannen und ins Netz stellen. Nach Protesten der europäischen Verleger ist das Multimedia-Unternehmen nun etwas kleinlauter geworden.
Die Akkus werden mit der Kurbel aufgeladen, und eine Festplatte gibt es auch nicht: Am Massachusetts Institut of Technology wird am "100-Dollar-Laptop" gebastelt. Wenn es fertig ist, wird es nicht jeder kaufen können.
Ganz ist das Ziel noch nicht erreicht: Das anvisierte "Hundert-Dollar-Laptop" für Entwicklungsländer kostet zurzeit 175 Dollar. Das Projekt "One Laptop per Child" benötigt drei Millionen Bestellungen, um die Kleincomputer herzustellen.
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Nicholas Negroponte ist ein amerikanischer Informatiker und Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Er ist Mitbegründer des MIT Media Lab sowie die Galionsfigur der gemeinnützigen Initiative One Laptop per Child. Er ist der jüngere Bruder des ehemaligen stellvertretenden US-Außenministers John Negroponte.
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