Sie übernehmen das Ausfüllen, geben Tipps und ersetzen den Steuerberater – Steuerprogramme für den PC sind eine gute Alternative zum Formular-Wust auf Papier. Worauf Sie beim Kauf achten sollten, erfahren Sie im Steuer-Software-Check. Von Karsten Siemer und Manfred Schwarz

Die Steuerverwaltung stellt bereits seit einigen Jahren kostenlos die technischen Mittel für eine elektronische Übermittlung der Steuermeldungen bereit© Colurbox
Die Steuererklärung – eine leidige Angelegenheit, die jedes Jahr wieder auftaucht: Dabei besteht eigentlich kein Grund, dieses Thema mit spitzen Fingern anzufassen. Denn zum einen ist die Pflicht zur Steuererklärung ja eine altbekannte, für viele von uns unausweichliche Tatsache. Doch gemessen am Papierkrieg von früher kann der PC hier wirklich echte Hilfe und Beistand bieten. Und zum anderen hat ja manche Steuererklärung sogar ein Happy End - in Gestalt einer Rückerstattung.
Auch zu diesem glücklichen Ende kann eine gute Steuersoftware übrigens ihren Teil beitragen, denn sie weist auf mögliche steuermindernde Angaben hin, die Sie sonst vielleicht übersehen hätten. Und von der Rückzahlung kann man sich für die Mühsal der Steuerbürgerpflicht anschließend vielleicht selbst belohnen.
An der Computer-Hilfe bei Ihrer Steuererklärung führt eigentlich kein Weg vorbei, abgesehen von dem zum Steuerberater. Dementsprechend heiß umkämpft ist der Markt für Steuererklärungs-Software.
Bei den PC-Steuerprogrammen gibt es im Prinzip zwei Klassen von Software: Preiswerte und schlichte Lösungen kosten ab zehn Euro und sind teils auch im Supermarkt zu haben. Sie helfen bei einfachen Steuerfällen. Auch das kostenlose Programm Elster-Formular der Finanzämter ist für einfache Fälle geeignet – hier gibt es allerdings keine Steuerspartipps. Wer hohe Werbungskosten etwa für Fahrten oder doppelte Haushaltsführung hat, ist mit den umfangreichen und teureren Programmen besser bedient – genauso wie Kapitalanleger, Immobilienbesitzer und ungeübte Anwender, die Orientierung und Hilfe brauchen.
Wer sich einmal für ein Programm entschieden hat, sollte dabei bleiben, denn der Einsatz von Steuersoftware macht sich mit Zeitersparnis besonders in den Folgejahren bezahlt: Dann können Sie vorhandene Daten aus Vorjahren übernehmen und sind mit der Bedienung des Programms vertraut. Wenn Sie mit Ihrer Software zufrieden sind, lohnt es sich nicht unbedingt, den Markt alljährlich neu zu sondieren, kaufen Sie dann einfach die aktuelle Jahresversion desselben Produkts.
Grundsätzlich gilt, dass Sie Steuer-Software jedes Jahr neu kaufen müssen (sofern der Hersteller kein Abo anbietet), weil die Versionen jeweils nur die gesetzlichen Regelungen des Vorjahrs kennen. Trägt Software "2012" im Namen, können Sie damit also die Steuererklärung für 2011 erledigen - in wenigen Fällen für weitere Vorjahre. In der Regel ist die Anzahl der Steuererklärungen nicht begrenzt, sodass Sie die Version beispielsweise auch für Familienangehörige einsetzen könnten, aber eben nicht für zukünftige Jahre.
Bei der Vielzahl der Steuerprodukte ist es schwer, allgemeingültige Empfehlungen auszusprechen. Achten Sie auch Bewertungen in der Presse und aktuelle Testberichte. Im Folgenden nennen wir wichtige Kriterien in Form eines Fragenkatalogs.
Gefunden in ... "Finanzen - online & mobil managen. Machen Sie mehr aus Ihrem Geld"; von Karsten Siemer und Manfred Schwarz; Hanser Verlag München; 9,90 Euro. Website: www.digital-lifeguide.de.