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Welches Geschlecht hast du? Du hast die Wahl!

Für ziemlichen Aufruhr sorgte in England die Kinderbeauftragte Anne Longfield, die Schüler zwischen 25 Geschlechtern wählen lassen will, welchem sie sich zugehörig fühlen. Die Konservativen toben.

  Wenn es nach der britischen Kinderbeauftragten geht, können in England Schüler darüber abstimmen, ob es an Schulen Unisex-Toiletten geben wird

Wenn es nach der britischen Kinderbeauftragten geht, können in England Schüler darüber abstimmen, ob es an Schulen Unisex-Toiletten geben wird

Das ist mal eine staatlich gestützte Bestandsaufnahme! Zu einer Kampagne, mit der herausgefunden werden soll, welche Rolle die Geschlechter für junge Menschen spielen, hat sich laut "Daily Mail" die britische Kinderbeauftragte Anne Longfield entschlossen. In einer Untersuchung hat sie 13- bis 18-Jährige dazu eingeladen, aus einer Liste mit 25 verschiedenen Geschlechtern dasjenige auszuwählen, das sie und ihre eigene Wahrnehmung ihres Geschlechts am besten beschreibt. Im Zuge dessen wurden die Kinder ebenfalls gefragt, ob sie sich auf einer Unisex-Toilette sicher fühlen würden und ob sich an ihren Schulen besser Unisex- als nach männlich und weiblich getrennte Toiletten befinden sollten.

Wird diese Studie tatsächlich zu einer nationalen Kampagne ausgeweitet, würde sie einen großen Schritt für die LGBTI-Community bedeuten. Transsexuelle Männer und Frauen fordern schon lange Unisex-Toiletten, da sie sich nicht sicher fühlen, wenn sie die Toilette benutzen müssen, die ihrem Geburtsgeschlecht entspricht. Viele von ihnen haben sich bereits als Kinder "im falschen Geschlecht gefangen" gefühlt, sodass eine Umfrage unter Teenagern absolut sinnvoll klingt.

Nur Mut!

Die Welt weiterhin in nur zwei Geschlechter einteilen zu wollen, ist heutzutage geradezu lächerlich. Längst wissen wir, dass uneindeutige Geschlechter viel häufiger vorkommen als behauptet. Längst ist die früher gängige Praxis, etwa intersexuell, also mit zwei Geschlechtern, geborenen Menschen, um jeden Preis ein eindeutiges Geschlecht zu verleihen, in Verruf geraten.

Mit der Liste konfrontiert, hat die Kinderbeauftragte gestern offenbar zurückgerudert. Ihr Sprecher ließ die "Daily Mail" wissen, dass diese Version erst ein Entwurf und von Anne Longfield noch nicht freigegeben sei. In einer neuen Version sollen offenbar einige Fragen gestrichen werden. 

  Laut "Daily Mail" sollen sich britische Schüler in einer Kampagne dem Geschlecht zuordnen, als das sie sich empfinden. Jack Monroe (Foto), in England als Kochbuchautor, Journalist und Aktivist bekannt, ordnet sich selbst der Kategorie non-binary zu, also nicht nur männlich oder weiblich.

Laut "Daily Mail" sollen sich britische Schüler in einer Kampagne dem Geschlecht zuordnen, als das sie sich empfinden. Jack Monroe (Foto), in England als Kochbuchautor, Journalist und Aktivist bekannt, ordnet sich selbst der Kategorie non-binary zu, also nicht nur männlich oder weiblich.

Konservative Gegner

Die Forschungsarbeit begann im Mai 2015 an drei britischen Universitäten, die mit dem Bildungsinstitut am University College London zusammenarbeiten. Kritiker dieser Arbeit behaupten, Teenager würden damit zu politischen Zwecken missbraucht. Familienforscherin Patricia Morgan etwa sagte: "Das ist eindeutig voreingenommen. Es läuft auf Ausbeutung von Kindern für die Ziele der Gender-Interessenverbände hinaus." Ein Mitglied des Christlichen Instituts erklärte: "Es gibt nicht 25 soziale Geschlechter. Es gibt zwei Geschlechter."

Gut, dass die beiden nicht die Kinderbeauftragten sind.

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