Ratgeber Sexualität

Die Reise der Spermien

Beim Samenerguss wird männliche Lust flüssig - und bahnt sich ihren Weg. Allerdings erleben nicht alle Männer Orgasmus und Ejakulation gleichzeitig. Und manche kommen sogar "trocken" zum Höhepunkt.

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200 bis 500 Millionen Spermien machen sich während eines Samenergusses auf den Weg©

Manchmal reicht eine leichte Berührung. Manchmal auch nur der Anblick eines Bildes. Dann wieder kann es eine flüchtige Fantasie sein, die das Blut in Wallung bringt. Was uns erregt, ist so vielfältig wie die Menschen selbst. Wie sich dieses sexuelle Empfinden jedoch im Körper entwickelt und bis zur Ekstase steigert, das läuft nach einem bestimmten typischen Muster ab: Von der leichten über die immer stärker werdende Erregung bis zum Orgasmus.

Der rauschhafte Moment dauert nur wenige Sekunden. Wir erleben ihn als krampfartigen Anfall oder als Abfolge von schnellen Zuckungen, denen schlagartig eine wunderbare Entspannung folgt. Während ihres Höhepunkts stoßen Männer Sperma aus. Dieser Samenerguss, die sogenannte Ejakulation, markiert im allgemeinen Verständnis den erfolgreichen männlichen Gipfelsturm. Das ist allerdings nicht immer richtig.

Das Hirn regiert im Liebesspiel

Wenn wir, durch was auch immer, erotisch gereizt werden, bringt sich das Hirn in Befehls-Position. Es sendet Impulse an zwei Nervennetze im Körper: das sympathische und das parasympathische Nervensystem. Beide steuern, ohne dass der Wille dabei eine maßgebliche Rolle spielt, die Atmung, den Herzschlag, die Schweißabsonderung und die Anspannung der Muskeln. Beide Nervennetze haben Ausläufer im Rückenmark. Von da aus geben sie Befehle in jeden Teil des Körpers weiter.

In unserem Fall geht der Impuls an die Muskeln rund um Schwellkörper und Adern des Penis. "Entspannen!", heißt die Aufforderung. Wenn die Muskeln ihr folgen, haben die Adern im Penis genug Platz, sich zu erweitern: Jetzt kann viel Blut in sie einströmen und sich dort ballen - das Glied wird steif.

Sperma zum Sammelplatz

Auf dem Höhepunkt der sexuellen Erregung übernehmen die Nerven des sympathischen Nervennetzes die Regie. Sie sitzen im Rückenmark, etwa in Höhe des Brustkorbs und der Lendenwirbelsäule. Ihr Befehl heißt: "Sperma zum Sammelplatz!" Und schon strömt Samenflüssigkeit in die hintere Harnröhre. Gleichzeitig verschließt sich die Öffnung zur Blase - damit der Harnleiter allein dem Saft der Lust vorbehalten bleibt.

Nun ist der "Point of no return" erreicht, es gibt kein Zurück mehr. Mediziner nennen das die Emissionsphase der Ejakulation. Sie geht im zweiten Schritt über in den eigentlichen Ausstoß der Samenflüssigkeit: Die Nerven treiben die Beckenbodenmuskeln und die Muskeln der Schwellkörper an - das Sperma wird in einem stetigen Rhythmus aus der Harnröhre des Penis herausgepumpt. Nach fünf bis zehn Sekunden ist es vollbracht.

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