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11. September 2007, 09:10 Uhr

Bye, bye Britney

Die Karriere von Britney Spears ist so gut wie beendet. Die amerikanischen Medien überschütten sie nach ihrem Skandal-Auftritt bei den MTV Video Music Awards mit Spott und Häme. Fragt sich nur, wo Madonna ist, wenn man sie wirklich braucht. Von Frank Siering, Los Angeles

Britneys Auftritt bei den VMAs hat enttäuscht. Ist das das Ende ihrer Karriere?© Kevin Winter/Getty Images/AFP

Das war's dann wohl. Bye, Bye Britney. Oder wie es die Promi-Website TMZ.com kurz und bündig formulierte: "Britneys Karriere: 1989 - 2007, Ruhe sanft in Frieden".

Von den Tageszeitungen über die Talkshows bis hin zu den Bloggern im Internet, schon einen Tag nach dem ominösen "Moppel"-Auftritt von Pop(o)sternchen Spears bei den MTV Video Music Awards (VMAs) in Las Vegas wird der einstige Superstar der amerikanischen Popkultur zur Persona Non Grata abgeschrieben. Nie zuvor wurde ein Star so öffentlich und so einhellig von den einstigen Cheerleadern nach einem Auftritt zerrissen.

Die erste Kritikerin war die VMA-Moderatorin Sarah Silverman. Während Augenzeugen wie P.Diddy und 50 Cent nach dem Herumgestackse von Spears noch deutlich unter Schock standen, griff die Komikerin die Gelegenheit beim Schopfe.

Die Jagd auf die einstige Pop-Propzessin

"Wow, Britney, das war großartig", schmiss die brillante Satirikerin in die Runde. Und sie ließ nicht locker, machte sich - Britney war noch nicht von der Bühne verschwunden über das Privatleben der Sängerin lustig. Sean Preston und Jayden James, die Kinder von Spears, seien doch die "süßesten Fehler, die ich jemals gesehen habe". Die Jagdsaison auf Britney Spears ist schon seit längerem eröffnet. Aber die ungewöhnlich guten Kritiken, die ihr neuester Song "Gimme more" im Vorfeld der Veröffentlichung der CD bekommen hatte, pfiff die Bluthunde noch einmal für kurze Zeit zurück. "Alle in der Branche hatten auf den Auftritt in Vegas gewartet", gibt auch Britney-Freund Diddy zu. Und der ging nun einmal in die viel zu knapp sitzende Bikini-Hose. "Wir sind außer uns", schreibt Celebrity-Blogger Perez Hilton. Und fügt in einem Wut speienden persönlichen Brief an Spears hinzu: "Was Du da getan hast, war völlig respektlos für deine wenigen noch verbliebenen Fans."

Wenigstens hat sie diesmal Unterwäsche getragen...

Selbst ernstzunehmende Medien wie die L.A. Times halten sich mit Kritik nicht zurück. Der Beobachter der Show bezeichnete den Comeback-Auftritt von Spears als "müdes Gähnen". Und sein Kollege bei USA Today freute sich, dass Frau Spears zumindest an diesem Abend eine Unterhose auf der Bühne trug, fügte aber süffisant hinzu, dass "das war aber auch schon fast alles, was sie anhatte". Nun lässt sich natürlich viel spekulieren. War Spears einfach noch nicht soweit, hätte sie doch lieber auf den Auftritt verzichten sollen. Der Song ist, da sind sich viele Kritiker einig, nämlich gar nicht so schlecht. Potential ist also immer noch vorhanden. Und ist die Kritik an ihrer Figur wirklich so gerechtfertigt? In einer Zeit, da vor allem Gesellschaftsbeobachter die zunehmende Magersucht unter jungen Hollywood-Starlets beklagen, wagt eine zweifache Mutter einen kurvenreichen Auftritt auf der Bühne.

Hollywoods Doppelmoral

Warum eigentlich nicht? Warum verlangen eben diese Gesellschaftskritiker plötzlich nach dem "Six-Pack-Bauch" bei Mama Spears? Hier scheint eine gewisse Doppelmoral eine Rolle zu spielen. Ist es doch seit dem Glatzenschnitt und dem ominösen "ohne Höschen"-Foto fast schon schick in Hollywood, Spears durch den Kakao zu ziehen. Britney Spears selbst, da sind sich Imageberater und Musikexperten einig, muss sich jetzt, so sie denn überhaupt noch die Lust dazu hat, wieder ganz auf ihre Karriere konzentrieren. "Sie muss sich professionell auf ihre Auftritte vorbereiten und nicht ständig mit anderen Promis von Bar zu Bar ziehen", sagt ein Freund der Sängerin. Und sie muss als Mutter endlich auch die damit auftauchende Verantwortung übernehmen. Sonst wird sich die Schlagzeile von TMZ.com schon sehr bald als wahr erweisen. "Britneys Karriere: 1989 - 2007, Ruhe sanft in Frieden."

Von Frank Siering, Los Angeles
 
 
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