Ein Knopf bringt die Modefirma Esprit in arge Bedrängnis: Weil die Lederknöpfe einiger Kleider so aussehen, als haben sie ein Hakenkreuz als Muster, zog das Unternehmen 200.000 Kataloge zurück.

Obwohl ein altes englisches Knopfmuster, ähnelte diese Stanzung auf Esprit-Katalogfotos an ein Hakenkreuz© Federico Gambarini DPA/LNW
Der Modekonzern Esprit zieht 200.000 Kataloge zurück, weil darin Knöpfe so aussehen, als hätten sie ein Hakenkreuz als Muster. "Das hat uns getroffen wie ein Schock und ist sehr ärgerlich", sagte der Vorstandsvorsitzende der Esprit-Gruppe, Heinz Krogner, in Ratingen bei Düsseldorf. Die Darstellung auf den Fotos sei sehr unglücklich, sagte der Chef von weltweit 8400 Mitarbeitern.
Die Lederknöpfe stammten aus England und würden bereits seit Jahrzehnten von verschiedenen Unternehmen - auch von Wettbewerbern - verwendet. Der Katalog sei unter englischer künstlerischer Leitung in London produziert worden. Mitarbeiter aus mehreren Ländern hätten ihn kontrolliert, aber niemand habe realisiert, dass das Muster auf den Fotos einen derart unglücklichen Eindruck erwecken könne. Die Resonanz auf Grund einer Anzeige habe das Unternehmen dann sehr überrascht.
"Wir kennen diesen traditionellen englischen Knopf seit Jahrzehnten", sagte Krogner. Deswegen sei auch niemandem die Assoziation in den Sinn gekommen. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hatte angekündigt, die Aufnahme eines Ermittlungsverfahrens wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zu prüfen. Der Katalog mit den Knöpfen war den Ermittlern von einer Rechtsanwältin zugeleitet worden.
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