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NEON #11/2016

NEON-Redakteur Jurek Skrobala fürchtet sich eigentlich nicht sonderlich vor Anschlägen. Aber irgendetwas Größeres, das merkten wir, als gleich mehrere Kollegen das Thema „German Angst“ vorschlugen, liegt in der Luft. Also meldete Jurek sich zum Antiterrortraining an.

Er wollte dieser Angst nachspüren, verstehen, warum völlig normale Leute sich in einem achtzehnstündigen Workshop darin ausbilden lassen, in einer Polonaise Häuserwände entlangzuschleichen. Blickte er zunächst distanziert auf das Geschehen, so konnte er sich der Aufregung irgendwann nicht mehr entziehen. Als er Schüsse aus Softairpatronen hört und alle gleichzeitig zum Sprint ansetzen, registriert er noch vage, dass ihm etwas aus der Hosentasche fällt – egal, er muss fliehen. Erst später merkt er, dass es sein Handy war. Vergessen war für einen Moment das gefühlte first world problem Nummer eins: vom Netz abgeschnitten zu sein.

Apropos first world problems: Da ließ uns das Thema Selbstverwirklichung nicht los. Wir werden ständig aufgefordert, unseren Traum zu leben, unserer Leidenschaft zu folgen. Wie wir in unseren Diskussionen feststellten, ist das für viele aber keine Befreiung, sondern erzeugt Druck. Die einen schwärmten von dem herrlich entlastenden Gefühl, einen Traum aufzugeben, andere klagten, wie schlecht sie sich fühlten, wenn sie ständig mit den glamourösen Instagram-Momenten von Freunden bombardiert werden. Daraus ist unsere Titelzeile entstanden: „Du musst gar nichts.“ Nicht die Welt retten, kein Rockstar werden und auch nicht der nächste Steve Jobs. Wir selbst haben uns an unsere Botschaft gehalten und in den Überschriften dieser Ausgabe bewusst auf Aufforderungen verzichtet. Schreibt uns gern, wie euch das gefällt: online@neon.de

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